ALLGEMEINES
  
Am 1.März beginnt der meteorologische Frühling. Die Einteilung der Jahreszeiten durch die "Wetterkundler" (Meteorologen) richtet sich nach der über Jahre hinweg beobachteten Wetterentwicklung. Dazu wurden passende und praktische Grenzen gesetzt. So wie am 1.März der Frühling beginnt, legte man den Sommeranfang auf den 1.Juni, den Herbstanfang auf den 1.September und den Winteranfang auf den 1.Dezember, jeweils entsprechend der meteorologischen Sichtweise.
 
Nach dem Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklung ("Phänologischer Kalender") befinden wir uns im Durchschnitt der deutschen Regionen  seit der Mitte des Monats Februar im Vorfrühling. Der Übergang zwischen den phänologischen Jahreszeiten wird durch den jeweiligen Entwicklungsstand bestimmter "Zeigerpflanzen" markiert. So zeigt die Blüte des Schneeglöckchens an, dass in der jeweiligen Region der Vorfrühling beginnt. Etwa mit Beginn der letzten Märzwoche sollte dann der Vorfrühling in den Erstfrühling übergehen. Dieser Übergang wird deutlich angezeigt durch die Blüte der Forsythiensträucher.
Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter über den Bereich "Klima + Umwelt" zum Bereich "Phänologie". 

Nach dem allgemeinen (astronomischen) Kalender beginnt dann der Frühling am 20.März. Es ist dies der Tag der Frühjahrstag- und -nachtgleiche, d.h. die Zeit vom
Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang (Tag) ist genau so lang, wie die Zeit vom Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang (Nacht). Ab diesem Tag werden dann die Tagzeiten immer länger. Die ansteigende Sonneneinstrahlung, also mehr Licht und mehr Wärme, bewirkt dann die bekannte Entwicklung der Vegetation. Es ist so etwas wie der Startschuss in die neue Kleingartensaison.


GEMÜSEGARTEN:

Der März ist der Monat der Bodenbearbeitung. Zur Art der günstigsten Bodenbearbeitung gibt es viele Meinungen. Ich meine, es ist nicht so wichtig, ob ein Spaten, eine Grabgabel, ein Gruber oder eine Motorfräse zum Einsatz kommt. Wichtig dagegen ist, dass der Boden ausreichend tief gelockert und durchlüftet wird. Die Arbeit sollte ausgeführt werden, sobald der Boden aufgetaut und begehbar ist. Durch das Auflockern verhindert man, dass die Bodenfeuchigkeit an die Oberfläche steigt und verloren geht. Während der Arbeit kann man das oft gut erkennen, wenn die bearbeiteten Flächen bereits oberflächlich abtrocknen, d.h. von unten kommt keine Feuchigkeit mehr nach, während die noch unbearbeiteten Flächen weiterhin feucht aussehen.

Als erstes werden dann die Freilandbeete für Möhren, Radieschen, Salate und Zwiebeln vorbereitet. Dabei ist aber auch an einen Folientunnel oder andere Abdeckungen zu denken (z.B. Loch- oder Schlitzfolie, Vliesabdeckung), um die Beete bei einem Kälteeinbruch abdecken zu können. Es ist aber auch vorteilhaft, diese Beete gleich nach dem Anlegen abzudecken, da dadurch die Verdunstung verringert und die Temperatur leicht erhöht wird. Das sind alles Faktoren, die eine Keimung begünstigen.

Bei der Belegung der Beete kann vorbeugend bereits der natürliche Pflanzenschutz berücksichtigt werden, der sich aus der Anwendung der Fruchtfolge und von Zwischenkulturen ergibt. Dabei wird genutzt, dass bestimmte Pflanzen sich vorteilhaft entwickeln, wenn sie nacheinander bzw. reihenweise nebeneinander angebaut werden.
Werden derartige Pflanzengemeinschaften in einer Reihe gemischt, wird das als die eigentliche Mischkultur angesehen. Ausführliche Hinweise dazu gibt es mal wieder im Internet (Suche mit dem Stichwort "Mischkulur", ggf. eingrenzen mit dem Zusatz "Hobbygarten").

Im März ist es immer noch Zeit, verschiedene Gemüsearten im Anzuchtkasten zu hause auf der Fensterbank vorzuziehen. Dabei ist es wichtig, den richtigen Zeitpunkt abzuschätzen. Wenn die Pflanzen dann nämlich einen Zustand erreicht haben, in dem sie ins Freie umgesetzt werden sollten, aber die Außentemperaturen das noch nicht zulassen, dann war das Vorziehen fast schon vergebens. Wem das also zu aufwendig ist, der kauft sich zum richtigen Zeitpunkt die Pflanzen in der Gärtnerei. Ein anderer Gesichtspunkt, der den Kauf von vorgezogenen Pflanzen ratsam erscheinen läßt, ist die Menge der Pflanzen. Bei der eigenen Anzucht verwendet man leicht den Inhalt der ganzen Saatguttüte und erhält regelmäßig mehr Pflanzen, als man gebrauchen kann. In manchen Vereinen tauscht man überzählige Pflanzen zwischen den Kleingärtnern aus, doch das erfordert vorher einige Absprache, damit hinterher jeder das hat, was er geplant hatte. 

Besonders häufig werden von Kleingärtnern Tomatenpflanzen aus Saatgut vorgezogen. Bei der Vielzahl an Tomatensorten, aus denen man wählen kann, ist das stets ein interessanter Versuch. Die Freude liegt dann einfach darin, dass man die verschiedenen Sorten hinsichtlich Form, Farbe und Geschmack, sowie hinsichtlich ihrer Ansprüche an den Boden bzw. an das Wetter kennenlernen kann. Die Suche nach krautfäulefreien Sorten erübrigt sich; es gibt bisher bestenfalls Sorten, die nicht so hoch anfällig für die Krautfäule sind.

 Wer Frühkartoffeln pflanzt, kann die Ernte noch um 10 bis 14 Tage verfrühen, wenn er die Kartoffeln vorkeimen lässt. Dazu werden die Kartoffeln etwa fünf Wochen vor dem beabsichtigten Pflanztermin einschichtig in flache Behälter gelegt. Der Teil der Kartoffel, der die meisten Augen aufweist muss dabei nach oben zeigen. Der Behälter wird an einen möglichst hellen Platz gestellt, weil sich  nur dann kurze und kräftige  Triebe entwickeln. Dieses Vorgehen soll auch einen höheren Ertrag ermöglichen.

Das Mulchen der Gemüsebeete ist grundsätzlich vorteilhaft und wird immer wieder empfohlen. Jetzt ist jedoch die Zeit, diese Mulchdecke zu entfernen und den Boden flach mit einem Rechen durchzuziehen. Ein beonderer Effekt ist dabei, dass die jungen Nacktschnecken aus dem Boden geholt
werden. Sie können sich dann nicht mehr in den Boden zurückziehen und erfrieren bei den noch kalten Nachttemperaturen.


KRÄUTERGARTEN:

Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, können Knoblauch und Zwiebeln gesteckt werden.
Für die Zwiebeln sollte man ein voll sonniges Beet auswählen. Der Boden ist vorzugsweise tiefgründig zu lockern und feinkrümelig zu bearbeiten. Ein guter Humusanteil im Boden begünstigt zusätzlich das Wachstum der Zwiebeln.  Außerdem können Zwiebeln vorteilhaft in Mischkultur angebaut werden, z.B. neben Möhren, Erdbeeren, Gurken, Bohnenkraut Dill, Majoran oder Oregano. 

Für die Aussaat von Thymian, Oregano, Rosmarin, Pfefferminze, Zitronenmelisse und anderer Kräuter in Töpfen, die später ins Freie gestellt werden, ist jetzt der geeignete Zeitpunkt. 



OBSTGARTEN: 

Wer bisher noch nicht dazu gekommen ist, sollte sich nun mit dem Schnitt der Obstbäume und Beerensträucher beeilen. Aber man kann auch hier sagen, wichtiger als der Zeitpunkt des Baumschnitts ist, dass ein Baum überhaupt durch Schnittmaßnahmen gepflegt wird. Insbesondere einen leichten Auslichtungsschnit kann man auch noch durchführen, wenn der Baum schon belaubt ist.  

Auch für den Weißanstrich der Baumstämme ist es noch nicht zu spät. Es lohnt sich wirklich, seine Bäume damit vor Frostrissen zu schützen. Frostrisse zu behandeln ist wesentlich aufwendiger.

Flechten an Bäumen werden oft als Anzeichen für schadstoffarme Luft gedeutet. Doch bleibt die Rinde unter den Flechten immer länger feucht, was zu einer Schädigung der Rinde führen kann. Deshalb ist es empfehlenswert, die Flechten zu entfernen. Ganz besonders gilt das, wenn sich Moos auf Ästen angesiedelt hat.

Es ist jetzt auch die Zeit, mit der Pflege der Erdbeerbeete zu beginnen: Ausputzen der einzelnen Pflanzen, sowie Lockern und Düngen des Bodens sind die erforderlichen Maßnahmen. An den verfaulten und vertrockneten Laubblättern des Vorjahres überwintern Kranheitserreger wie der Erreger der Grauschimmelfäule (Botrytis). Nach dem Auflockern und Düngen des Bodens (spezieller Beerendünger oder Kompost) wird ein geeignetes Mulchmaterial zwischen die Pflanzen gestreut (z.B. Stroh, geschredderter Baumschnitt) durch das dann später die Früchte vor Nässe und Verschmutzung geschützt werden. 

 

ZIERGARTEN: 

Im Staudenbeet werden abgestorbene Pflanzenteile mit eine Gartenschere bodennah abgeschnitten. Staudengräser werden eingekürzt. Bei Lavendel erfolgt ein Rückschnitt gegen Ende des Monats. Werden in jedem Frühjahr die Triebe um ein Drittel oder sogar bis zur Hälfte eingekürzt, bleibt der Lavendel schön buschig und verkahlt nicht im unteren Bereich. Außerdem entwickelt er auf diese Weise eine reichere Blüte.

Nachdem im Herbst an den Rosen bereits ein leichter Rückschnitt, insbesondere der schwachen Triebe, ausgeführt wurde ist es jetzt Zeit für den wichtigsten Rosenschnitt: den Frühjahrsschnitt. Ein guter Zeitpunkt für den Frühjahrsschnitt ist die Zeit der Forsythienblüte. Durch die Forsythienblüte wird für den jeweiligen Standort die jahreszeitabhängige Entwicklung der Wetterlage angezeigt, die einen weiteren Vegetationsfortschritt auch für die Rosen bedeutet.  
Soweit abgestorbene Triebe vorhanden sind,sind diese bodennah zu entfernen. Edel- und Beetrosen werden auf etwa vier bis sechs Augen (ca. 20 bis 30 cm) zurückgeschnitten.. Strauch- und Kletterrosen werden grundsätzlich nur wenig geschnitten. Abgestorbene und kranke Triebe sind jedoch zu entfernen. Empfehlenswert für einen langen Erhalt dieser Rosen ist ein umfangreicher Verjüngungsschnitt, etwa alle fünf Jahre. Dabei werden alle älteren Triebe an der Basis abgeschniiten, damit die Rose neu durchtreiben kann.
Bei mehrfach blühenden Rosen wird dann im Sommer noch ein Sommerschnitt fällig. Darauf wird dann aber im Juni hingewiesen werden.

Ziersträucher, die im Frühjahr blühen sollen, jetzt nicht schneiden, Das gilt insbesondere für die Forsythie und den Flieder. Aber auch bei bestimmten Hortensien (Bauern- und Tellerhortensien) ist darauf zu achten, dass die Lang- und Seitentriebe aus dem vorigen Jahr, also die sog. einjährigen Triebe nicht entfernt werden, da sich an ihnen die neuen Blüten entwickeln. Man entfernt nur alte Blütenstände aus dem Vorjahr und führt den Schnitt dicht oberhalb der neuen Blütenknospen aus.  Triebe, die vier Jahre und älter sind werden bodennah abgeschnitten. Bei Rispenhortensien kommt dagegen ein kräftiger Rückschnitt zur Anwendung, da bei ihnen die Blütenknospen aus den diesjährigen Trieben gebildet werden. Um hier den Austrieb zu fördern, sind die älteren Zweige ganz zu entfernen und die einjährigen Zweige auf drei bis vier Knospen einzukürzen.



DÜNGUNG:

Jetzt kann wieder gedüngt werden. Vorzugsweise mit Kompost aus dem eigenen Garten. Liegt eine Bodenanalyse vor, wird entsprechend der hoffentlich beigefügten Düngeempfehlung Mineraldünger ausgebracht.

Der Mineraldünger ist übrigens sehr zu Unrecht in Verruf geraten, wie ich meine. Schließlich muss jeder organische Dünger durch das "Bodenleben" erst auf seine anorganischen (mineralischen) Inhaltsstoffe zurückgeführt werden, um überhaupt für die Pflanzen verfügbar zu sein. Der Vorteil der organischen Düngung liegt darin, dass die mineralischen Inhaltsstoffe im Boden in einer für die Pflanzen besser verträglichen Konzentration freigesetzt werden. Das große Problem beim mineralischen Dünger (z.B. Blaukorn) ist die Überdosierung bei der Anwendung. Viel Dünger wird viel helfen, ist dabei die trügerische Hoffnung, die schon so manchen Gartenrasen schwer beschädigt hat. Man beachte deshalb so genau wie möglich die Angaben zur Anwendung: Wenn 30 g Blaukorn auf den Quadratmeter ausgebrachtr werden sollen, dann sind das 0,3 g auf eine Fläche von 10x10 cm. Das kann man natürlich kaum abwiegen. Versechsfachen wir die Menge auf ca. 2 g dann gehört dazu eine Fläche von 20x30 cm  (entspricht etwa einem Blatt Papier im DIN A 4 -Format). So, wie sich die 2 g Dünger auf dieser Fläche verteilen, muss nachher auch im Garten das Verteilungsbild aussehen. 

Bei der Empfehlung, zum Düngen der Gemüsebeete Kompost zu verwenden, findet man häufig noch den Zusatz, dass
"reifer Kompost"  eingesetzt werden soll. Die Frage, die sich stellt, ist dann, woran erkenne ich reifen Kompost: Alles pflanzliche Material sollte umgesetzt sein, damit finden Kompostwürmer keine Nahrung mehr unjd wenden sich der nächsten Futterstelle zu. Damit sollte reifer Kompost frei von Kompostwürmern und auch anderen Kleintieren sein.


Ein weiterer Test ist der Kressetest. Da Kresse sehr schnell keimt, braucht der Test auch nur wenige Tage:
Eine kleine Aussaatschale wird mit dem leicht feuchten Kompost
 befüllt und der Kressesamen darauf gegeben. Keimt die Kresse innerhalb von 3 -4 Tagen und sind die Blätter typisch grün, dann ist der Kompost reif. Gelbliche Blätter der Kresse zeigen an, dass der Kompost noch nicht ganz reif ist und bei einer stark verzögerte Keimung muss der Kompost noch etwas lagern bis er im Gemüsebeet verwendet werden kann.


Nicht ausgereifter Kompost kann jedoch unter Beerensträuchern oder auch an Rosen eingesetzt werden, wenn man den Kompostbehälter unbedingt frei haben möchte.

 

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