ALLGEMEINES:
 
Der Monat April ist der zweite Monat im meteorologischen Frühling (Beginn 1.März).


Nach dem Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklung ("Phänologischer Kalender") befinden wir uns im Durchschnitt der deutschen Regionen  seit der letzten Woche des Monats März im Erstfrühling. Der Übergang zwischen den phänologischen Jahreszeiten wird durch den jeweiligen Entwicklungsstand bestimmter "Zeigerpflanzen" markiert. So zeigt die Blüte der Forsythie an, dass in der jeweiligen Region der Erstfrühling beginnt. Gegen Ende des Monats sollten die Süßkirschen und die Apfelbäume blühen. Das wäre dann ein Anzeichen dafür, dass die Entwicklung der Vegetation in den Vollfrühling übergeht.

Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter über den Bereich "Klima + Umwelt" zum Bereich "Phänologie". 

Üblicherweise begünstigt die Witterung im April die Entwicklung der Blattläuse. Da einige Vögel Blattläuse an ihr Brut verfüttern, kann hier eine Begrenzung auf ein hinnehmbares Maß eintreten. Sollte das nicht beobachtet werden, muss man  sich der Vermehrung der Tierchen rechtzeitig entgegen zu stellen, ohne synthetische Pflanzenschutzmittel anzuwenden.. Man findet die Blattläuse jetzt zumeist an der Unterseite der Blätter, sowohl bei Obstgehölzen als auch bei Ziersträuchern. Hier kann man sie einfach zerdrücken oder, wenn das von der Gärtnerin oder dem Gärtner abgelehnt wird, kann man sie mit einem scharfen Wasserstrahl von der Pflanze spritzen. Zu beachten ist, dass Blattläuse vorzugsweise geschwächte Pflanzen schädigen. Eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung wird den Schaden begrenzen oder sogar vermeiden.


GEMÜSEGARTEN:

Soweit nicht schon im März ausgeführt, wird auch noch im April die Bodenbearbeitung im Garten und besonders im Gemüsebeetbereich durchführt werden müssen. Deshalb wiederhole ich hier noch einmal meinen Hinweis aus dem vorigen Monat: Zur Art der günstigsten Bodenbearbeitung gibt es viele Meinungen. Ich meine, es ist nicht so wichtig, ob ein Spaten, eine Grabgabel, ein Gruber oder eine Motorfräse zum Einsatz kommt. Wichtig dagegen ist, dass der Boden ausreichend tief gelockert und durchlüftet wird. Durch das Auflockern verhindert man, dass die Bodenfeuchigkeit an die Oberfläche steigt und verloren geht. Während der Arbeit kann man das oft gut erkennen, wenn die bearbeiteten Flächen bereits oberflächlich abtrocknen, d.h. von unten kommt keine Feuchigkeit mehr nach, während die noch unbearbeiteten Flächen weiterhin feucht aussehen.

Solange erst noch die Bodenbearbeitung stattfinden muss, ist genug Zeit sich einige grundlegende Gedanken zur Anlage des Gemüsebeetbereiches zu machen. Zu beachten sind dabei die Regeln der Fruchtfolge und - soweit man sie anwendet - die Regeln der Mischkultur. Bei der Fruchtfolge wird unter Berücksichtigung  der Nährstoffansprüche der einzelnen Gemüsearten und zur Vermeidung einer Übertragung von Schädlingern und Pflanzenkrankheiten darauf geachtet, dass Pflanzen, die zu der gleichen Pflanzenfamilie gehören, nicht auf einander folgend angebaut werden. Manchmal sind sogar mehrjährige Anbaupausen erforderlich. Hier nur der Hinweis, mehr dazu in der Fachliteratur, da es sich um ein sehr umfangreiches Thema handelt.
Ebenso möchte ich auf die Vorzüge der Mischkultur nur Hinweisen, ohne Einzelheiten auszuführen. Bei der Mischkultur wird innerhalb eines Gemüsebeetes von Reihe zu Reihe die Pflanzenart gewechselt. Dadurch werden gegenseitig unterstützende und schützende Wirkungen erzielt, die den Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln weitgehend überflüssig machen können. Aber auch hier sprengt die Systematik der Mischkultur den Rahmen dieser Tipps, sodass ich auf die Fachliteratur verweisen muss, die man auszugsweise auch in guten Gartenzeitschriften für den Freizeitgärtner wiedergegeben findet.

Tomaten und Gurken brauchen viel Nährstoffe bis sie Früchte tragen. Die Bereiche, die dafür als Standorte  vorgesehen sind, sollten deshalb entsprechend versorgt werden. Bei der Verwendung von Kompost ist es vorteilhaft, den Boden vor der Bepflanzung drei bis vier Wochen ruhen zu lassen. Da der Pflanztermin für Tomaten und Gurken etwas nach der Mitte des Monats Mai liegt, ist in diesem Monat die Zeit zur Bodenverbesserung..

Ein allgemeiner Pflanzenschutz im Gemüsebeet wird durch das Auspflanzen von Studentenblumen (Tagetes) erreicht. Dabei ist auf die Verwendung von Sorten zu achten, die das angepflanzte Gemüse nich durch ihre Wuchshöhe behindern. Die meisten Gemüsearten reagieren vorteilhaft auf die Nachbarschaft  der Tagetespflanzen. Die Wurzelausscheidungen der Tagetes fördern die Bodengesundheit und die Pflanzen selbst vertreiben eine ganze Reihe von Schädlingen, einschließlich von Schnecken. Der April ist der geeignete Monat für die Aussaat von Tagetes ins Freiland.


KRÄUTERGARTEN:

Bei den großen Lebenmittelfilialen ist es üblich geworden, den Winter über Küchenkräuter als Topfpflanzen anzubieten. Dieser Monat, entsprechende Witterung vorausgesetzt, ist geeignet, diese Töpfe im Garten auszupflanzen.
Das gelingt bei Basilikum allerdings noch nicht, wegen der zu niedrigen Temperaturen. Dafür ist jetzt immer noch Zeit, Basilikum in Saatschalen vorzuziehen. Ab Mitte Mai hat man dann erntefähige Pflanzen, d.h. Pflanzen von denen erst einmal die Spitzen verwendet werden. Dadurch wird eine Verzweigung angeregt, die dann zu verbesserten Ernteergebnissen führt.
Für viele Küchenkräuter ist es empfehlenswert, vorgezogene Einzelpflanzen in der Gärtnerei zu kaufen. Bei der eigenen Anzucht aus Saatgut erhält man meist mehr Pflanzen als man im Haushalt benötigt.


OBSTGARTEN: 

Der Boden unter der Baumkrone enthält im Bereich der Traufe die meisten Wurzeln der Gehölze. Das ist dann auch der Bereich in dem der Dünger für den Baum ausgebracht wird bzw. in dem junge Bäume gewässert werden müssen. Da unter Bäumen nicht viel wachsen kann, wird dort oft eine Blumenwiese oder Rasenfläche angelegt. Diese Pflanzen konkurrieren natürlich mit den Obstbäumen um Nährstoffe und Wasser. Bei dem Gras unter Bäumen ist zu beachten, dass rund um den Stamm ein Bereich frei bleibt, derart dass der Stamm am Wurzelhals immer gut abtrocknen kann.

Jetzt können auch wieder die "Ohrwurmtöpfe" aufgehängt werden. Das sind Blumentöpfe aus Ton, die mit Holzwolle gefüllt werden und dann derart in die Obstbäume gehängt werden, dass sie am Stamm oder Gerüstästen anliegen. Ohrwürmer "jagen" gern Blattläuse und benutzen diese Töpfe als Unterschlupf. Damit bleiben sie im Baum solange es dort auch Blattläuse gibt.

Wer immer noch nicht dazu gekommen ist, seine Obstgehölze zu schneiden, kann diese Arbeiten auch noch zu Beginn dieses Monats durchführen. Es muss allerdings dabei berücksichtigt werden, dass alles was an Nährstoffen bereits in die Zweige transportiert wurde, dem Baum damit genommen wird.

Beerensträucher schneidet man im Sommer nach der Ernte. Wer das versäumt hat, sollte im Winter zu Schere greifen. Wer auch da keine Zeit hatte, kann, soweit noch kein Austrieb stattgefunden hat, seine Beerensträucher auch jetzt noch schneiden. Arbeitshinweis: Nach dem Schnitt sollte der Strauch nur noch Triebe haben, die einjährig, zweijährig und dreiährig sind. Alle anderen Triebe werden bodennah und restlos abgeschnitten. Von jeder Alterstufe verbleiben etwa drei oder vier Triebe. Anschließend ist auf eine gut Nährstoffversorgung zu achten, vorzugsweise durch Kompost.


ZIERGARTEN: 

Ziersträucher, die im Frühjahr blühen sollen, jetzt nicht schneiden, Das galt im März  für die Forsythie und gilt jetzt insbesondere für den Flieder..Beide Ziergehölze werden geschnitten, wenn sie verblüht sind.
Wer Rosen angehäufelt hat kann den Schutz jetzt vorsichtig entfernen.  Für diese Arbeit sind Tage ohne Sonnenschein vorzusehen, damit sich die frischen Triebe der neuen Umgebung anpassen können. Es ist dabei auch die Gelegenheit, die Rosen zurückzuschneiden. Vielfach wird als richtiger Zeitpunkt für diesen Frühjahrsschnitt das Aufblühen der Forsythien angegeben. Bei jungen Buschrosen werden kräftige Triebe auf drei "Augen" (Blattknospen) und schwache Triebe bodennah entfernt. Bei älteren Buschrosen können fünf oder sogar sieben Augen an den kräftigsten Trieben verbleiben. Dann die Rosen in ihrer Entwicklung das Jahr über beobachten und eventuell die Schnittweise im nächsten Jahr ändern. Nur so gewinnt man als Hobbygärtner an Erfahrung.

Dahlien- und Gladiolenknollen können jetzt zum Auspflanzen vorbereitet werden. Verschimmelte und angefaulte Knollen werden verworfen (Biotonne !). Zum Auspflanzen Tage mit feucht-warmem Wetter wählen. Wenn sich der erste Austrieb zeigt und noch einmal Frostgefahr droht, ist es hilfreich, eine Folienabdeckung zu verwenden.

In den Rasenflächen entsteht bereits das neue Grün. Es ist Zeit den Rasen zu vertikutieren und damit auch eventuell vorhandenes Moos zu entfernen. Ergänzt wird diese Rasenpflege durch eine gezielte Düngung und Kalkung. Außerdem sollte nun der Rasenmäher einsatzbereit gemacht werden. Noch ist es Zeit, die Funktionsfähigkeit zu überprüfen. Dazu gehört insbesondere ein schartenfreies, scharfes Mähmesser. Stumpfe Messer schneiden die Grashalme nicht, sondern zerfetzen sie. Ausgefranste Grashalme ergeben einen gräulichen bis bräunlichen Rasen und keinen grünen Teppich. Bei Elektrorasenmähern ist noch auf eine unbeschädigte Stromzuführung zu achten, das ist dann auch schon alles was man tun kann und auch sollte. Bei Motormähern ist noch der Luftfilter und die Zündkerze auf ordnungsgemäßen Zustand zu prüfen. Bei Motormähern mit Viertaktmotor, also ausschließlich mit Benzin als Treibstoff, sollte mindestens der Ölstand geprüft werden. Ein Ölwechsel einmal im Jahr ist für die meisten im Kleingarten genutzten (Viertakt-)Motorrasenmäher ausreichend. Bei stärkerer Beanspruchung ist ein Ölwechsel nach Betriebsanleitung - entrsprechend den Betriebsstunden - durchzuführen. 


DÜNGUNG:

Jetzt kann wieder gedüngt werden. Vorzugsweise mit Kompost aus dem eigenen Garten. Liegt eine Bodenanalyse vor, wird entsprechend der hoffentlich beigefügten Düngeempfehlung Mineraldünger ausgebracht.  

Wer seine Gartenbewirtschaftung naturnah und damit biologisch durchführen möchte, wird sich mit der Herstellung von Kompost befassen. Kompost wird auch schon mal als das braune Gold des Gartens bezeichnet. Der Wert als Düngemittel ergibt sich gegenüber dem mineralischen Dünger daraus, dass die Nährstoffe erst durch Mikroorganismen freigesetzt und damit für die Pflanzen verfügbar gemacht werden müssen. Dieser Vorgang läuft nun wieder bei warmer und feuchter Witterung intensiver ab, also gerade bei Witterungsbedingungen, die die Entwicklung der Pflanzen begünstigt. Kompost bringt man im zeitigen Frühjahr auf die Beete und  arbeitet in oberflächlich ein. Damit kommt der Umwandlungsprozess schon etwas in Gang bevor die Gemüsepflanzen gesetzt werden.