ALLGEMEINES:

Der Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklung ("Phänologischer Kalender") zeigt uns seit Anfang November den Winter an. Der phänologische Winter dauert im Durchschnitt der deutschen Regionen bis zur Mitte des Monats Februar. Im Januar haben wir also Winter, sowohl nach dem Kalender ("astronomisch") als auch nach dem dem Zustand der Vegetation ("phänologisch"). Die Dauer der Tageshelligkeit nimmt zwar schon wieder zu, trotzdem wird man jetzt nur zeitlich begrenzt Arbeiten im Garten durchführen können.

Zum "Phänologischen Kalender" erhält man ausführliche Informationen  beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dort weiter über den Bereich "Klima + Umwelt" zum Bereich "Phänologie". 

Da jetzt die Zeit ist, in der man sich weniger im Garten aufhält, kann man um so intensiver in den Katalogen der (Versand-)Gärtnereien blättern. Wenn man etwas gefunden hat, was man gerne noch in seinem Garten hinzufügen möchte, sollte man als erstes die Standortanforderungen der jeweiligen Pflanze genau zur Kenntnis nehmen. Dann ist zu prüfen, ob den Standortanforderungen an dem vorgesehenen Platz entsprochen wird. Nur wenn das zusammenpasst, sollte die gewünschte Pflanze erworben werden. Pflanzen an ungeeigneten Standorten, entwickeln sich nicht nur deutlich schlechter, sie werden auch deutlich leichter von Pflanzenschädlingen und Pflanzenkrankheiten befallen. Es lohnt sich also, die Standortanforderungen von Pflanzen zu beachten, da sonst mit den Neuerwerbungen keine rechte Freude aufkommen wird.

Eine Frage, die jedes Jahr im Winter neu gestellt wird, betrifft die Fütterung der Vögel. Soll man oder soll man nicht? Grundsätzlich brauchen die Vögel keine Futterhilfe. Bei schneebedecktem Boden über längere Zeit kann im Kleingarten gefüttert werden. Wenn eine Futterstelle eingerichtet wurde, ist es wichtig, dass sie ständig versorgt wird. Wenn man die Futterstelle auch noch versorgt, wenn die Vögel bereits anderweitig Futter finden könnten, so hält man sie an dem Standort. Vielleicht suchen sie sich im Frühjahr auch in der Nähe einen Nistplatz und begrenzen dann mit der Futtersuche für ihre Jungen die Zahl der Schadinsekten. Sehr wichtig ist aber insbesondere, dass der Futterplatz sauber (kotfrei) gehalten wird. Die beliebten Futterhäuschen sind da problematisch. Die Meisenknödel oder freihängende Futterstationen sind in der Beziehung besser.


GEMÜSEGARTEN:

Es ist die Nutzung der Beetflächen zu planen und dabei auf die Empfehlungen der Fruchtfolge zu achten. Vorhandenes Saatgut ist auf Keimfähigkeit zu überprüfen und bei Bedarf zu ersetzen.
Die Keimfähigkeit kann z.B. folgendermaßen überprüft werden: Man nimmt mindestens zehn Saatkörner und legt sie auf ein gut durchfeuchtetes Vliespapier in eine Schale. Das Ganze wird mit Frischhaltefolie überspannt und dann bei etwa 18 bis 20 °C an eine hellen Platz gestellt. Wenn weniger als 6 von 10 Samen, also weniger als 60 %, keimen, kann das Saatgut verworfen werden oder man wendet bei der Aussaat entsprechend mehr Saatgut an.
Beete, auf denen Kohlarten gezogen wurden, können vorbeugend gegen Kohlhernie mit Kalkstickstoff behandelt werden. Schnee und Regen sorgen dann für einen hinreichenden Abbau des Kalkstickstoffs bis zu den Aussaatterminen im Frühjahr.


KRÄUTERGARTEN:

Viele Kleingärtner versuchen immer wieder einen Rosmarinstrauch über den Winter zu bringen. Das gelingt jedoch nicht immer. Selbst angeblich winterharte Sorten überleben manchen Winter nicht. Das Problem ist die Luftfeuchigkeit. Kalte Luft enthält weniger Feuchigkeit und bei einer längeren Frostperiode vertrocknet dann der Rosmarin. In einem unbeheizten Gewächshaus sind die Überwinterungschancen für die Pflanzen deutlich besser.
Für niedrig wachsende Kräuter, die nicht extrem kälteempfindlich sind, z.B. wie Petersilie und Berg-Bohnenkraut (Satureja montana) empfiehlt sich eine Lochfolien- oder Vliesabdeckung, damit auch nach Schneefall noch geerntet werden kann. 


OBSTGARTEN: 

Es ist immer noch die Zeit des Baumschnitts. Es ist zwar nicht die beste Zeit für die Bäume, aber der Kleingärtner ist jetzt frei von anderen Arbeiten. Da sich die Bäume in einer Ruhephase befinden, können sie nicht selbst für einen Verschluss der Schnittstellen sorgen. Es ist deshalb gleich nach dem Schnitt ein Abdeckmittel (sog. Wundverschlussanstrich, Rindenbalsam und dergleichen) auf die Schnittlächen aufzutragen, da sich dort Pilzsporen ansiedeln können.
Die Beschreibung des Baumschnitts (hier: Winterschnitt) füllt ganze Fachbücher und überschreitet damit den Rahmen dieser Hinweise. Wenden Sie sich hierzu an die Fachberater in Ihrem Kleingärtnerverein oder erwerben Sie die entsprechende Fachliteratur, die es auch in Ausführungen für den interessierten Freizeitgärtner gibt. Außerdem veranstalten verschiedene Organisationen Baumschnittvorführungen, deren Termine meist in den örtlichen Zeitungen bzw. Mitteilungsblättern bekannt gegeben werden.
An eine Arbeit kann sich aber auch der Anfänger im Obstbaumschnitt wagen: Das Entfernen der Jahrestriebe, der sogenannten Wasserschosser. Sie entstehen vorrangig an Birnen- und Apfelbäumen als auffallend lange unverzweigte Ruten, die gerade anfangen, zu verholzen, d,h. die Farbe der Rind wechselt von grün über oliv hin zu einem hellen Braun. Besonders häufig treten sie auf, wenn der Baum im letzten Winter (von einem Fachmann) stark geschnitten wurde. Zuerst werden alle steil aufrecht stehenden Jahrestriebe dicht am aufsitzenden Ast abgeschnitten. Danach folgen die Jahrestriebe, die zu dicht beieinander stehen. Zum Schluss entfernt man die Triebe, die zur Mitte der Baumkrone wachsen oder sich mit anderen Zweigen berühren. Damit hat man dann schon eine ganze Menge für eine gute Weiterentwicklung des Baumes getan.

  
ZIERGARTEN: 

Auch der Winter bringt noch eine ganze Reihe an blühenden Sträuchern. Was bei einem oberflächlichen Blick oftmals für eine blühende Forsythie gehalten wird, ist in Wirklichkeit der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum). Die leuchtend gelben, glöckchenförmigen Blüten sitzen an den blattlosen ginsterartigen Zweigen und je nach Schnitt des Busches können sie zum Beispiel an dem Gerüst an einer Hauswand eine wunderbar leuchtende Fläche bilden. Die Blütezeit hängt vom Kleinklima am Standort ab und kann vom November bis zum Januar gehen. Temperaturen in der Gegend von - 10 °C werden von den Blüten schlecht vertragen. Sie verwelken dann. Aber bei einer guten Beschaffenheit des Strauches kann bei mildem Wetter noch eine zweite Blütezeit auftreten.
Ein weiterer, verblüffender Zierstrauch ist der Duftschneeball (Viburnum x bodnatense) aus der Gattung der Schneeball-Sträucher (Viburnum). An unbelaubten Zweigen entwickelt er zartrosa Blüten mit einem sehr deutlichen Duft. Auch hier hängt die Blütezeit sehr vom Standort ab.
Bei nicht zu niedrigen Temperaturen beginnt im Januar auch der Winterschneeball seine weißen, aus kleinen Blüten bestehenden Dolden zu entwickeln.
Eine farbliche Belebung des Ziergartenbereichs bildet auch die Skimmie mit ihren dunkelroten Blütenknospen, die lange in diesem Knospenstadium verbleiben, bis sie dann die traubenförmigen, weißlichen Blütenstände entwickeln.
Ein wunderbarer, aber etwas schwierig zu pflegender Strauch ist die Kamelie. Doch die Blüten sind immer wieder begeisternd. Sie können sich schon bei mildem Wetter jetzt im Januar öffnen. Zumindest jedoch werden die Knospen sich soweit entwickeln, dass man schon die Farbe der Blüten - roten Sorten werden häufig bevorzugt - erkennen kann. Die eigentliche Blütezeit bei Freilandpfrlanzen ist jedoch - jeweils sortenabhängig - ab März bis April/Mai.

DÜNGUNG:

Die Zeit des Düngens ist jetzt nicht. 

An frostfreien Tagen kann der Kompost umgesetzt werden. Dieses Umsetzen dient der besseren Belüftung des Kopostmaterials. Nur wenn Luft (Sauerstoff) zur Verfügung steht, können die organischen Bestandteile vollständig verrotten. Ohne Luftzutritt begiinnt das organische Material zu vergären und der Kompost entwickelt dabei einen sehr unangenehmen Geruch.