ALLGEMEINES:
 
Für die Meteorologen beginnt am 1.Juni der Sommer, der dann mit Ablauf des Monats August endet. Diese Einteilung ist nicht willkürlich, sondern berücksichtigt, dass in diesen drei Monaten, mit sehr hohem Sonnenstand, sommerübliche Wetterlagen mit entsprechenden Temperaturen zu erwarten sind.
Auf eine bestimmte Region bezogen orientiert man sich bei der Einteilung der Jahreszeiten vorteilhafter nach dem Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklungen ("Phänologischer Kalender"). Im Durchschnitt der deutschen Regionen beginnt im Juni  der Frühsommer. Für eine bestimmte Region wird der Beginn des Frühsommers durch die Blüte des Schwarzen Holunders angezeigt. Weiterhin charakteristisch für den Frühsommer ist die Pflückreife der Erdbeeren und früher Süßkirschen und etwas später dann die Pflückreife der Roten Johannisbeeren. Mit Beginn der Blüte der Sommerlinde, etwa im letzten Drittel des Monats Juni, geht der Frühsommer in den Hochsommer über.

 Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter im Fenster "Wetter und Klima im Überblick" > "Klima" > "Phänologische Jahreszeit".

Dieser Monat weist noch zwei Wetterphänomene auf, die man beachten sollte: Um den 11.Juni ist mit einem Kaltlufteinbruch zu rechnen, der als "Schafskälte" bezeichnet wird. Das Wetter am 27.Juni (Siebenschläfertag) soll bestimmend sein für das Wetter der folgenden sieben Wochen. Wir wollen das alles nicht so genau nehmen mit dem jeweiligen Datum, aber beide Wetterphänomene treten über die Jahre immer wieder auf: Ein Kaltlufteinbruch nach der ersten Juniwoche und eine Stabilisierung der Wetterlage im letzten Drittel des Monats, die für mehrere Wochen anhält.

Ein wichtiges Datum im Monat Juni ist auf jeden Fall der 21.Juni, der Tag der Sommersonnenwende, an dem der astronomische Sommer beginnt. Es ist der Tag, an dem die Sonne am Mittag ihren höchsten Stand im Jahr über dem Horizont hat und somit auch die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang am längsten ist. Es ist also der längste "Tag" des Jahres. Danach werden die "Tage" wieder kürzer und die Schatten länger.

 
GEMÜSEGARTEN:

Die in unserer Region verbreiteten leichten, sandigen Böden eignen sich sehr gut zum Spargelanbau. Viele landwirtschaftliche Betriebe befassen sich hier ganz speziell und überwiegend damit. Für manchen Kleingärtner ist es eine Herausforderung, trotz des üppigen Spargelangebotes, es einmal selber mit dem Spargelanbau zu versuchen. Da von kleinen Spargelbeeten täglich nur Mengen geerntet werden können, die in der Regel nicht ausreichend sind für eine Mahlzeit, kann man die Teilmengen bis zu einigen Tagen vorteilhaft im Kühlschrtank aufbewahren. Dabei sollte man die Spargelstangen in Folie einwickeln oder in anderer Weise dafür sorgen, dass der Spargel nicht austrocknet. Besonders die Schnittstellen müssen vor Verdunstung geschützt werden. Nach dem 24.Juni soll nicht mehr geerntet werden. Die Triebe sollen dann ins Grün treiben und damit der Pflanze neue Kraft geben.

Die übrigen Pflanzen im Gemüsegarten benötigen jetzt erst einmal viel Pflege durch die Beseitigung konkurrierender Wildkräuter,  durch ausreichende Bewässerung und Auflockerung des Bodens. Bei den Tomatenstauden kommt im Laufe des Monats noch das Ausgeizen hinzu, also das Entfernen der Triebe aus den Blattachseln.

Jetzt im Juni kann man auch die wärmeliebenden Asienkohlsorten Pak Choi und Chinakohl heranziehen. Wenn diese Gemüsearten unter zu kühlen Bedingungen herangezogen werden, neigen sie leicht zum Schossen und entwickeln nur eine geringe Blattmasse.

Auch die meisten Buschbohnen möchten zum Keimen einen warmen Boden. Ob eine Reihen- oder Horstaussaat bevorzugt wird, ist in das Belieben des Kleingärtners gestellt. Meist sind die Platzverhältnisse auf dem Beet für die Auswahl entscheidend.

Ende des Monats Juni sollte die Rhabarberernte beendet werden. Auch wenn die Stauden während der gesamten Erntezeit gut gewässert und mit Nährstoffen versorgt wurden, müssen die Pflanzen jetzt Zeit haben, sich wieder aufzubauen. Außerdem nimmt nun der Oxalsäuregehalt in den Stangen zu, was nicht nur eine geschmackliche Beeinträchtigung bewirkt sondern auch gesundheitliche Störungen verursachen kann. An den Pflanzen werden sich in dieser Zeit auch vermehrt Blütenstände entwickeln, die ständig entfernt werden sollten, da sie nur unnötig Nährstoffe verbrauchen. Auch nach der Erntezeit müssen Rhabarberpflanzen gut mit Nährstoffen versorgt und gewässert werden, damit sie gestärkt in die nächste Saison gehen können. 


KRÄUTERGARTEN:

Dill keimt bevorzugt auf warmem Boden. Auf kaltem und nassem Boden keimt Dill nur schlecht und entwickelt kaum kräftige Pflanzen. Die Aussaat im Juni lässt allerdings meist keine reifen Samen mehr entstehen, aber das aromatische Blattgrün erhält man noch in ausreichender Menge. Der Vorteil der Juniaussaat liegt noch darin, dass der Dill dort wächst, wo man ihn haben will. Die besseren Pflanzen erhält man allerdings, wenn der Dill sich selbst aussät. Nur dann steht er eben irgendwo im Garten. Das sollte im Grunde zwar nicht besonders störend sein, es passiert aber immer wieder, dass im Frühjahr die noch sehr kleinen Pflanzen dem Frühjahrsputz im Garten unbeabsichtigt zum Opfer fallen.

Viele Kräuter entwickeln attraktive Blüten, sodass es manchmal schwer ist zu entscheiden, ob die Kräuter nun zur Aromatisierung von Speisen oder mit ihren Blüten als Bienenweide dienen sollen.
So bildet z.B. der Schnittlauch schöne, hellviolette Kugelblüten aus. An einer geeigneten Stelle im Garten kann damit ein Blickfang eingerichtet werden. Man muss allerdings dann die Blüten rechtzeitig vor der Samenbildung entfernen, da die Pflanzen durch die Samenentwicklung so geschwächt werden, dass sie im Folgejahr keine Attraktion mehr sind.
Ein weiteres Beispiel für ein schön blühendes Kraut ist der Boretsch, auch Gurkenkraut genannt. Er wird im Garten bestimmt genau so oft nur wegen seiner Blüten gehalten, wie wegen seiner würzenden Eigenschaften.
Aber auch Thymian, Lavendel und Rosmarin entwickeln nicht nur interessante Aromastoffe sondern auch dekorative Blüten. Teilweise sind die Blüten sogar essbar. Außerdem enthalten viele Kräuter kurz vor oder während des Blühens besonders viele Aromastoffe in ihren Blättern, sodass sie dann besonders wertvoll für die Küche sind.

 

OBSTGARTEN: 

Wer im letzten Herbst einen neuen Obstbaum gepflanzt hat, sollte darauf achten, dass der Baum in seinem ersten Standjahr ausreichend an Kraft gewinnt. Dazu gehört auch, dass man den Baum nicht fruchten lässt und die entstandenen Fruchtansätze entfernt.
Die Pflegemaßnahmen an den älteren Obstbäumen bestehen jetzt im wesentlichen darin, die diesjährigen Triebe zu entfernen, soweit diese keine Bedeutung für eine gute Entwicklung der Baumkrone. haben werden. Ganz junge Triebe kann man mit der Hand ausreissen. Die verletzte Stelle am Baum ist dann klein und verheilt problemlos. 

Der Monat Juni ist u.a. der Monat der Erdbeerernte. Um Schäden an den Früchten, insbesondere durch Grauschimmel, vorzubeugen, ist es hilfreich, unter den Pflanzen eine Mulchschicht aus Stroh auszubringen. Bei feuchter Witterung trocknen die Früchte schneller ab und die Gefahr der Ausbreitung des Grauschimmels wird verringert. Bei der Ernte sollten dann aber auch gleich alle befallenen Früchte entfernt werden. Dabei ist es wichtig, dass unmittelbar nach einem Handkontakt mit befallenen Früchten keine gesunden Früchte angefasst werden. Es können sich dadurch Pilzsporen übertragen und die eingeschränkte Haltbarkeit der Erdbeeren noch mehr verkürzen.

 

ZIERGARTEN: 

Der Ziergarten wird jetzt bestimmt von der Blüte der Rosen. Rosen gefallen eigentlich immer. Im Kleingarten mit seinen Beschränkungen des Ziergartenbereichs wird man sich nur selten zur großflächigen Pflanzung von Beetrosen entschließen können. Eine Kletterrose an der Gartenhütte oder an einem Rosenbogen kommt da schon eher in Betracht. Gut zu stellen sind auch Strauchrosen, die bei entsprechender Umgebung eine herausragende Attraktion im Ziergarten sein können. Wer mit Rosen neu beginnen will, sollte sich den Katalog eines  Rosenzüchters kommen lassen. Dort erfährt man etwas über die Standortanforderungen und die Wuchshöhe der Rosen. Als Anfänger sollte man sich für Rosensorten mit der ADR-Kennzeichnung entscheiden. Diese Rosen sind in Deutschland in verschiedenen Klimabereichen und auf verschiedenen Böden getestet worden und haben überall eine jeweils gute Entwicklung gezeigt.

Rasenflächen sind sowohl Teil des Ziergartens und des Erholungsbereichs als auch Bodendeckung unter Obstbäumen. Die Annahme, Gras wächst eigentlich immer und immer von ganz allein, ist nicht so ganz richtig. Möchte man im Erholungsbereich einen stapazierfähigen Rasen haben, der sowohl einem kleinen Fußballspiel als auch einer teilnehmerstarken Grillparty widersteht, dann muss man sich schon etwas mit der Rasenpflege befassen. Hier möchte ich nur zwei grundsätzliche Punkte anführen: Wo viel geerntet wird, müssen auch viele Nährstoffe nachgeliefert werden. Der Rasenschnitt ist hier die "Ernte" und bei einem dichten Rasen fällt dabei eine Menge an. Also muss Rasendünger ausgebracht werden. Erster Termin ist das zeitige Frühjahr. Bitte, die Mengenempfehlungen einhalten! Eine Nachdüngung erfolgt dann in den Monaten Juni und September. Der nächste wichtige Punkt ist die Schnitthöhe beim Mähen. Wer sich Arbeit sparen möchte und so kurz wie möglich mäht, dünnt den Rasen im Laufe der Zeit aus. Wenn der Rasen sich verdichten soll, muss man die Verwurzelung fördern. Das geschieht aber nur, wenn die einzelne Pflanze gut wachsen kann. Das Gras kann aber nur ungestört wachsen, wenn die innersten Blätter unbeschädigt sind. Dazu braucht es bei vielen Rasensorten eine Schnitthöhe von mindestens etwa 4 cm. Alles was wesentlich kürzer gemäht wird, ist von Übel.

Wenn die Rasenfläche im Garten groß genug ist und nicht vollständig zum Spielen oder Grillen betreten wird, dann könnte man aus einem Teil der Fläche eine Blumenwiese entstehen lassen. Fertige Saatgutmischungen gibt es dazu im Fachhandel und die Jahreszeit lässt eine Aussaat noch zu, mit der guten Chance, dass die Blumen noch in dieser Saison aufblühen. Diesen Bereich der Rasenfläche dann aber nicht mehr mähen. 

 

DÜNGUNG:

Es kann jetzt weiter gedüngt werden. Vorzugsweise mit Kompost aus dem eigenen Garten. Liegt eine Bodenanalyse vor, wird entsprechend der hoffentlich beigefügten Düngeempfehlung Mineraldünger ausgebracht. 

Neben dem Düngen und Wässern als Maßnahmen der allgemeinen Pflanzenpflege im Garten sollte man auch das Mulchen in Betracht ziehen. Beim Mulchen wird der Boden zwischen den Pflanzen oder um die Pflanzen herum, soweit es sich um größere Stauden, Sträucher oder auch um Bäume handelt, mit geeignetem Material abgedeckt. Damit sollen das Austrocknen des Bodens bzw. stärkere Temperaturschwankungen im Boden verhindert werden. Geeignetes Material hierfür sind z.B. Kokosmatten, Rindenmulch oder auch der oft reichlich anfallende Rasenschnitt.

 

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