ALLGEMEINES:

Mit dem Monat September beginnt der meteorologische Herbst, d.h. für die Meteorologen ist nun bereits der Sommer vorüber, weil die eintretenden Wetterlagen mehr und mehr einem herbstlichen Wetter entsprechen. Der meteorologische Herbst besteht aus den Monaten September, Oktober und November.
Der
Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklungen ("Phänologischer Kalender") zeigt uns mit der Fruchtreife des Schwarzen Holunders für die jeweillige Region den Beginn des Frühherbstes an. Der Übergang vom Spätsommer in den Frühherbst konnten wir im langjährigen Mittel der Naturentwicklung am Ende des Monats August erleben. Kennzeichnend für den Frühherbst sind die Fruchtreife der Kornelkirsche und die Fruchtreife der Hundsrose. Mit der Fruchtreife der Stieleiche geht der Frühherbst dann über in den Vollherbst.
Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter über den Bereich "Klima + Umwelt" zum Bereich "Phänologie".

Im September endet der Sommer auch nach dem Kalender. Am 23.September haben wir den astronomischen Herbstbeginn. Es ist der Tag der Herbst-Tag- und Nachtgleiche (Äquinoktium). Die Sonne geht an diesem Tag genau im Osten auf und genau im Westen unter. Die Tageszeit und die Nachtzeit sind damit gleich lang.

Der Sommer wird nun also ausklingen, auch wenn bei einem guten Verlauf der Witterung noch einige warme Sonnentage sogar bis in den Oktober hinein auftreten können: Der Herbst kommt auf uns zu. Die Früchte an den Beerensträuchern zeigen uns an, dass die Natur für die Vögel einen Vorrat an Futter anlegt. Wir können hier unterstützend wirken, indem wir derartige Beerenfrüchte vor dem vorzeitigen Verderb bewahren, ernten, einlagern und als Vogelfutter für die Zeit des Winters bereithalten.


GEMÜSEGARTEN:

Wenn sich das Laub der Kartoffelpflanzen gelblich färbt, beginnt die Ernte der Spätkartoffeln. Graben Sie die ausgereiften Knollen vorsichtig aus und lagern sie dann kühl, dunkel und trocken ein. Soweit das Laub gesund ist (Keine Anzeichen von Krautfäule) kann es auf dem Kompost entsorgt werden. Das Verbrennen von befallenem Laub ist auf einem Kartoffelacker möglich, aber in einer Kleingartenanlage ist davon abzuraten.

Die Liebhaber von Rosenkohl wissen, wie man den Ertrag auf einfache Weise verbessern kann. Da die Entwicklung der Röschen nicht immer ausreichend einsetzt, kann man da etwas nachhelfen, indem man die Spitzenknospe der Pflanzen ausbricht. Damit wird das Längenwachstum gestoppt und es setzt vermehrt ein Breitenwachstum ein, dass sich durch die Entwicklung der begehrten Röschen kennzeichnet.

Sollte in diesem Jahr das eine oder andere Gemüse sich nicht so entwickelt haben, wie man es aus der Erinnerung erwarten durfte, dann kann die Ursache auch darin liegen, dass die Fruchtfolge nicht hinreichend beachtet wurde. Es wird immer wieder empfohlen, die Gemüseanbaubereiche jährlich zu wechseln. Manche Empfehlungen gehen von Anbaupausen von bis zu fünf Jahren für bestimmte Gemüsearten aus. Hinter diesen Empfehlungen steht die Erkenntnis, dass der Anbau von Pflanzen der gleichen Art in ständiger Folge auf der gleichen Fläche die Entwicklung von Schaderregern fördert, die speziell mit dieser Pflanzenart verbunden sind. Außerdem kennt man das Phänomen der Bodenmüdigkeit. Hierbei zeigt sich dass Pflanzen der gleichen Art, die hintereinander angebaut werden, nicht mehr so gut wachsen. Wahrscheinlich werden hier spezielle von der Pflanze benötigte Spurenelemente dem Boden schneller entzogen als sie wieder zugeführt werden.


KRÄUTERGARTEN:

Durch Teilung der Wurzelstöcke können Kräuter verjüngt werden. Mit einer Stechgabel oder mindestens Grabgabel werden die Wurzelstöcke tiefgründig ausgehoben, anschließend geteilt und dann wieder eingepflanzt. Durch eine gewisse Steuung über geeignete Stellen im Garten kann man feststellen, wo der beste Standort für die jeweilige Kräuterart ist. Die Maßnahme kann
insbesondere  mit Zitronenmelisse, Schnittlauch und Estragon durchgeführt werden.

Es ist noch Pflanzzeit für mehrjährige Kräuter. Thymian, Salbei und die bei der Verjüngung angeführten Kräuter können auch noch als Pflanzen aus Gärtnereien und Gartenfachmärkten. bezogen werden, um sie neu anzupflanzen.

Der Knoblauch für die Ernte im nächsten Jahr kann jetzt noch gesteckt werden. Geeignete Knollen kaufen, die Knoblauchzehen freilegen und die jeweils besten Zehen verwenden. Weniger geeignet sind Sorten aus den Mittelmeerländer, wie sie üblicherweise im Gemüsefachhandel erhältlich sind, da diese nicht immer die hier zu erwartenden Wintertemperaturen überstehen.


OBSTGARTEN:

Äpfel und Birnen werden jetzt reif. Soweit Pfirsiche nicht schon im August geerntet werden konnnten, sollten sie Anfang dieses Monats den Reifezustand errreicht haben. Ein Pilzbefall (Monilia) der Früchte breitet sich schnell aus und kann nur durch Entfernen der befallenen Früchte aus den Bäumen eingegrenzt werden. Auch dabei zeigt sich, dass es vorteilhaft ist, im Kleingarten nur Bäume zu halten, die man ohne Leiter beernten und pflegen kann.
Für alle Obstbäume gilt: Das Fallobst muss ständig entfernt werden.

Bei den meisten Sorten von Kernobst, dazu gehören Apfel, Birne und Quitte, unterscheidet man zwischen zwei Stadien der Reife: Der Pflückreife, also dem Zustand des günstigsten Erntezeitpunkts, und der Genussreife, dem Zustand, in dem sich Aroma und Konsistenz der Frucht am günstigsten für den Verzehr entwickelt haben. Die Pflückreife ist spätestens errreicht, wenn sich die Früchte mit einer leicht ziehenden Drehbewegung vom Baum entfernen lassen. Dann hat sich nämlich zwischen Fruchtstiel und Zweig eine Art Korkschicht entwickelt, die anzeigt, dass die Frucht nun vom Baum fallen kann.

Der September ist auch Pflaumenzeit. Pflaumen gibt es in verschiedenen Erscheinungsformen und so werden sie auch gemeinhin auf Grund ihrer äußeren Merkmale unterteilt.
Echte Pflaumen: Rundliche, verhältnismäßig große Früchte. Das Fruchtfleisch ist meist fest mit dem "Kern" (daher "Steinobst") verwachsen, also schlecht kernlösend und damit für Pflaumenkuchen nicht die erste Wahl.
Zwetschgen: Längtliche Früchte mit teilweise fast spitzen Enden und häufig blau bereifter Fruchthaut. Leicht kernlösend und damit gut geeignet für Zwetschgenkuchen.
Übrigens, wissen Sie woher der Name Zwetschge kommen soll?  Ursprünglich, so etwa ab dem 15.Jahrhundert, kannte man die Bezeichnung "Zwetschge" für diese besondere Pflaumenart nur in Südwestdeutschland, wo sie mundartlich ganz gut hinpasst. Der Name geht aber weiter zurück auf Bezeichnungen in Norditalien und Südfrankreich, die sich von dem lateinischen Namen damascena = Damaszener, also die Pflaume aus der Gegend von Damaskus, ableiten.
Mirabellen: Gelbliche bis leicht rötliche Früchte, etwas größer als Kirschen, mit sehr süßem, aromatischem Fruchtfleisch. Gut kernlösend. Übrigens: Der aus Östereich bekannte Marillenbrand und auch der Marillenlikör werden nicht aus Mirabellen hergestellt, sondern aus Aprikosen (östereichisch: Marillen).
Reineclauden; Große, runde Früchte, gelblich bis grünlich, mit sehr süßem aromatischem Fruchtfleisch. Gut kernlösend.

Diese Einteilung der Pflaumen nach den äußeren Merkmalen ist natürlich recht willkürlich und  bei der bestehende Sortenvielfalt ist eine sichere Zuordnung zu den anführten Gruppen kaum möglich. Das hat seinen Grund in dem für alle Sorten gleichen Ursprung, der auf eine Kreuzung von Schlehe (Prunus spinosa) mit der Kirschpflaume (Prunus cerasifera) zurückgeht.

Wenn gegen Ende des Monats die Johannisbeeren ihre Blätter verlieren, können aus den einjährigen Trieben Steckhölzer zur Vermehrung geschnitten werden. Man verwendet etwa 20 cm lange Stücke, die dann bis zum Frühjahr frostfrei und feucht eingelagert werden, z.B. durch Einschlagen in einem Frühbeetkasten. Damit man bei den Stecklingen später Oben und Unten sicher unterscheiden kann, schneidet man sie unten schräg und oben gerade ab. Im Spätwinter, wenn sich das Frühjahr schon ahnen läßt, kann man frostfreie Perioden zum Stecken nutzen.



ZIERGARTEN: 

Viele Stauden, besonders Rittersporn und Stockrosen, können jetzt von einem grauen, schimmelartigen Beleg befallen werden. Die befallenen Teile sind zu entfernen und zu entsorgen (Biotonne).

In der Zeit ab Ende August bis Anfang September werden die Zwiebeln der frühjahrsblühenden Zwiebelblumen gesteckt. Grundsätzlich können die Zwiebeln bis zum ersten Frost gesteckt werden. Da die Blumenzwiebeln aber durch oft lange Lagerzeiten Inhaltsstoffe abgebaut haben, ist es hilfreich, wenn man ihnen durch einen früheren Pflanzzeitpunkt bei guter Bodenwärme und Bodenfeuchtigkeit eine gewisse Wiederbelebung ermöglicht. Leider verstehen Wühlmäuse unsere Absichten regelmäßig falsch und legen sich aus den Blumenzwiebeln einen Wintervorrat als Futter an. Wer Blumenzwiebeln liebt, muss also zuvor die Wühlmäuse vertrieben haben. Außer den üblichen Narzissen und Tulpen sollte man es auch einmal mit Winterlingen und Märzenbecher versuchen Wenn es jedoch schon Tulpen,und Narzissen sein sollen, dann kann man auch zu den kleinwüchsigen botanischen Sorten greifen.

Sehr eindrucksvoll entwickeln sich vom Frühjahr bis zum Sommer des nächsten Jahres die verschiedenen Arten des Zierlauchs (Allium). Die Blütenformen reichen von der geschlossenen bis zu einer sehr offenen Kugelform. Die Blütenfarbe kann weiss, gelb, violett oder azurblau sein. Die Wuchshöhe geht von 20 bis 90 cm. Jetzt ist die Zeit, um diese Zwiebeln zu stecken. Dabei sollte man gleich mehrere Zwiebeln einsetzen, damit eine ansehnliche Gruppe entsteht. Damit sich keine kahlen Stellen im Staudenbeet bilden - das Laub des Zierlauchs zieht sich schon während der Blüte zurück - muss an eine Beipflanzung von Bodendeckenr gedacht werden.

Einige Zwiebel
blumen neigen zum Verwildern und bilden so nach einigen Jahren große Blumenteppiche. Was in Parkanlagen sehr schön aussehen kann, ist nicht unbedingt eine Zierde in einer Kleingartenparzelle. Es sollte deshalb schon etwas vorausgeplant werden, wenn Winterlinge, Schneeglöckchen, Lerchensporn, Herbstzeitlose, Krokus oder Blaustern gepflanzt werden.

Wer vorhat, noch in diesem Herbst Rosen zu pflanzen, sollte die Pflanzstelle jetzt schon vorbereiten. Die Pflanzstelle muss frei sein von anderem Bewuchs. Für die Größe der Pflanzstelle ist die Art der vorgesehenen Rosenpflanze maßgebend (Beetrose, Strauchrose, Kletterrose). Boden gut durchlockern, von alten Wurzelresten befreien und gegebenenfalls mit Kompost anreichern, um das Wasserhaltevermögen zu verbessern bzw. bei verbrauchten Böden, eine Nährstoffanreicherung herzustellen.
Ein besonderes Problem ergibt sich, wenn an der vorgesehenen Stelle bereits ein Rosenstock gestanden hat. Es ist dann ein großzügiger Bodenaustausch vorzunehmen, der sicherstellt, dass die neue Rose in den ersten Wachstumsjahren nicht in den alten Wurzelbereich vorstößt.


Der September ist noch geeignet, neue Rasenflächen anzulegen oder ausgedünnte Stellen nachzusäen. Auf vorsichtige aber ausreichende Bewässerung ist zu achten.


 DÜNGUNG:

Im September ist allgemein die Zeit des Düngens vorüber. Die winterharten Pflanzen, vorwiegend die Gehölze, stabilisieren sich für die Winterperiode.
Da Rasenflächen auch bei herbstlichen Temperaturen sich noch weiterhin entwickeln, kann hier durchaus noch spezieller Rasendünger gemäß den Anwendungshinweisen ausgebracht werden.

Der Kompost, der im folgenden Jahr Komposterde ergeben soll, wird jetzt durch besonders viele Gartenabfälle bereichert. Es können eigentlich alle Gartenabfälle kompostiert werden. Bei krankheitsbefallenen Pflanzenteilen sollte man etwas zurückhaltend sein. Außerdem sind samentragende Wildkräuter zu vermeiden. Bei Wurzelwildkräutern, wie dem Giersch, ist darauf zu achten, dass sie vorher gut durchgetrocknet und damit nicht mehr wuchsfähig sind. Ein Kompostkasten "lebt" u.a. davon, dass möglichst verschiedene Pflanzenabfälle in nicht zu dicken Schichten eingebracht werden. Große Pflanzenteile werden zerkleinert. Grünanteile sollten sich mit holzigen oder stark krautigen Anteilen abwechseln. Das sorgt für eine bessere Belüftung. Der Zugang von Luft ist sehr wichtig, um in dem Komposthaufen eine Verrottung der Pflanzenabfälle zu erreichen. Ohne Luftzutritt erfolgt eine Vergärung mit der Folge, dass der Kompost anfängt zu stinken. Starke Regenfälle können dazu führen, dass der Kompost zusammenfällt und dadurch der Luftzutritt sehr eingeschränkt wird. Das lässt sich aber durch eine Abdeckung des Kompostkastens verhindern. Je nach Bauart des Kompostkastens kann es jedoch in trockenen Zeitabschnitten andererseits geboten sein, ihm Wasser zuzuführen. Die Pflanzenabfälle im Außenbereich würden sonst nur Verwelken und nicht Verrotten.