ALLGEMEINES:
 
Ob die sog. Siebenschläferregel in diesem Jahr zutreffend war oder nicht wird wohl unterschiedlich beantwortet werden. Der Monat Juli hat jedenfalls viele Sonnentage mit teils ungewöhnlicher Wärme aber auch mehrfachen Starkregen in unserer Region gebracht.
Jetzt im August erleben wir die "Hundstage" (23.Juli bis 23.August); es sollen die Wochen mit den höchsten Temperaturen im Jahr
sein. Die Bezeichnung "Hundstage" leitet sich von dem Sternbild "Großer Hund" ab, dessen größter Stern der Sirius ist. War der Sirius bei Sonnenaufgang neben der Sonne zu sehen, begannen die "Hundstage". Zur Zeit der Antike fiel diese Erscheinung auf die heute noch so bezeichnete Zeit. Allerdings hat sich die Himmelsmechanik seit der Zeit so verändert, dass der Sirius erst Ende August zu sehen ist.
Richten wir uns nach den Entwicklungen in der Natur ("Phänologischer Kalender"), so haben wir im Durchschnitt der deutschen Regionen Anfang August noch Hochsommer. Für eine bestimmte Region wird das Ende des Hochsommers,angezeigt, wenn die Früchte der Eberesche reif sind. Dieser Zeitpunkt liegt meist in der ersten Augustwoche. Auf den Hochsommer folgt dann der Spätsommer. In dieser Zeit erreichen frühe Apfel- und Birnensorten ihre Pflückreife. Die Fruchtreife des Schwarzen Holunders zeigt dann für die jeweilige Region schon den Übergang zu der nächsten phänologischen Jahreszeit, dem Frühherbst, an.

Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter im Fenster "Wetter und Klima im Überblick" > "Klima" > "Phänologische Jahreszeit".



GEMÜSEGARTEN:

Die Tomaten sind jetzt  die Gemüseart, die die besondere Zuwendung des Kleingärtners braucht. Das große Problem ist bei den Tomaten die Kraut- oder Braunfäule. Das ist eine Pilzerkrankung, die anfangs die Blätter bräunlich werden läßt und dann auch auf den Früchten braune Flecken verursacht.  Diese Pilzkrankheit breitet sich insbesondere bei Feuchtigkeit und warmen Temperaturen aus. Gegen die Temperatur kann man im Freiland nichts machen, jedoch man kann die Einwirkung von Feuchtigkeit verringern. Das beginnt bereits bei der Pflanzung. Mit allerlei Abdeckungen kann man den Regen fernhalten. Aber auch mit einem großzügigen Pflanzabstand sorgt man für eine gute Durchlüftung und damit für ein schnelles Abtrocknen der Tomatenpflanzen.  Ist die Braunfäule in den letzten Jahren regelmäßig aufgetreten, so empfiehlt sich eine vorbeugende Behandlung bei den jungen Pflanzen mit einem Kupferspritzmittel. Dabei unbedingt die Gebrauchshinweise beachten! Die Hilfsmittel zum Stützen der Pflanzen sind ebenfalls zu behandeln. Besonders intensiv sind Holzstützen zu bearbeiten. Ist eine Kraut- oder Braunfäule an den Tomaten bereits vorhanden, so soll auch dann noch die Behandlung mit Kupferspritzmittel die weitere Entwicklung dieser Krankheit hemmen. 
Von einem künstlichen Beregnen sollte man bei Tomaten völlig absehen. Hier kommt noch die Gießkanne zum Einsatz, um nur den Wurzelbereich zu bewässern. Bewährt hat sich dabei, wenn neben der Tomatenpflanze ein Blumentopf eingegraben wird. Dadurch kann ganz gezielt die einzelne Pflanze mit Wasser versorgt werden und man erhält einen Überblick über die zugeführte Wassermenge. Der tägliche  Wasserbedarf eines Tomatenbeetes soll in den Monaten Juli/August bei 4 bis 6 Liter/m²  liegen.
Eine wichtige Pflegemaßnahme bei den Tomaten ist das "Ausgeizen". Darunter versteht man das Entfernen der Triebe aus den Blattachseln. Das stärkt die Pflanze und sorgt für eine Blütenbildung vom Haupttrieb aus.

Ein Gemüse braucht jetzt unsere ganz besondere Aufmerksamkeit, damit wir von seiner Fruchtbarkeit nicht zur Verzweiflung gebracht werden. Ich meine die Zucchini (Curcubita pepo). An einem geeignteten Platz entwickelt sie ständig neue Früchte oder aber sie entwickelt die vorhandenen Früchte zu kiloschwerer Größe. Man muss also regelmäßig, bei warmer Witterung fast alle zwei Tage, nachsehen und die neuen Früchte ernten, wenn man sie in einer Größe haben möchte, wie sie in den Gemüseabteilungen der Lebensmittelketten ausliegen. Üblicherweise werden sie als Beilagengemüse verarbeitet. Aber auch in Salaten lassen sie sich verwenden. Sollte doch einmal eine Frucht etwas größer geworden sein, wird sie in längsrichtung halbiert, das Gehäuse entfernt und durch eine Füllung ersetzt. Bei den ganz großen Früchten lässt sich aus dem Fruchtfleisch  noch eine Suppe herstellen, die dann eingefroren und in der zucchinifreien Zeit wieder aufgetaut besonders gut schmeckt. Rezepte zur Verwendung der Zucchinis gibt es in dieser Jahreszeit in vielen Zeitschriften und natürlich im Internet..

Soweit Beete bereits wieder frei sind, z.B, nach Zwiebeln oder Puffbohnen, kann noch neu ausgesät werden. Dazu bieten sich an: Feldsalat, Schnittsalat, Spinat, Radieschen und Rettiche. Ebenso können noch neue Pflanzen gesetzt werden: Grünkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Chinakohl. Hat man dafür aber keine Verwendung, sollte auf freie Flächen Gründüngung gesät werden. Die Gründüngung soll den Boden verbessern, vor dem Austrocknen schützen und den Aufwuchs von Wildkräutern verringern. Zu beachten ist dabei, dass hierbei keine Pflanzen derselben Pflanzenfamilie nacheinander angebaut werden. Also nach Bohnen oder Erbsen keine Leguminosen (z.B. Lupinen), nach Rettich, Radieschen oder Kohl keine Senfaussaat. Empfehlenswert ist, da immer geeignet, die Phacelia tenacetifolia zu verwenden.


KRÄUTERGARTEN:

Sobald sich bei den Kräutern die Samen aus den Blütenständen lösen lassen, kann mit der Samenernte begonnen werrden. Hierbei ist zu beachten, dass die Samen trocken sein müssen. Also nur bei trockenem Wetter und dann erst gegen Mittag oder besser am Nachmittag ernten. Anschließend für eine trockene Lagerung sorgen.
Bei einigen Kräutern (z.B. Dill) lässt man einige Samenstände vorteilhafterweise an der Pflanze, damit sie sich selbst aussähen. Das ergibt dann zwar etwas Unordnung im Garten, aber dafür im Folgejahr meist bessere Pflanzen.
Andere Kräuter (z.B. Thymian) lassen sich vegetativ vermehren. Es wird einfach ein kleiner Zweig auf den Boden gebogen und fixiert. Nach einiger Zeit entwickeln sich Wurzel, so dass der Absenker von der alten Pflanze entfernt und an anderer Stelle eingepflanzt werden kann.

Sobald der Lavendel verblüht ist, sollte er bis zum Übergang zum alten Holz zurückgeschnitten werden. Dadurch wird der Neutrieb angeregt und es entwickeln schöne buschige Pflanzen.


OBSTGARTEN:

Bei abgeernteten Steinobstbäumen ist in diesem Monat der Auslichtungsschnitt durchzuführen. Weil das Laub noch vorhanden ist, kann man den Erfolg des Auslichtungsschnittes besser beurteilen, als wenn man im Winter an dem kahlen Baum arbeitet. Man sollte dabei darauf achten, dass der Baum eine ausgewogene Form erhält. Kleine Schnittwunden heilt der Baum jetzt noch selber, bei größeren Wunden sollte er mit einem Wundverschlussmittel unterstützt werden.
Sauerkirschen bilden leicht sog. "Peitschen" aus, das sind Zweige, die zu zwei Dritteln bis drei Vierteln kahl sind, und nur eine belaubte Spitze von einem Drittel bis einem Viertel der Gesamtlänge des Zweiges haben. Da Sauerkirschen in der Regel nur am vorjährigen Holz fruchten, sind an den in diesem Jahr unbelaubten Zweigabschnitten auch im nächsten keine Blüten und demzufolge auch keine Früchte zu erwarten. Sauerkirschen treiben aber aus "schlafenden Augen" des alten Holzes aus. Man kann jetzt also bis ins zweijährige Holz und bei älteren Bäumen auch ins 3- bis 4-jährige Holz zurückschneiden. Sollte sich dann im Frühjahr, wenn an anderen Stellen des Baumes schon Neutriebe zeigen, keine Entwicklung aus den schlafenden Augen einstellen, sind diese Zweigreste auf Astring (Stelle, an der dieser Zweig aus dem nächst stärkeren Zweig/Ast austritt) zurück-zuschneiden.

Weitere Pflegemaßnahmen an  Obstbäumen bestehen jetzt im wesentlichen darin, die diesjährigen Triebe zu entfernen, soweit diese keine Bedeutung für eine gute Entwicklung der Baumkrone. haben werden. Ganz junge Triebe kann man mit der Hand ausreissen. Die verletzte Stelle am Baum ist dann klein und verheilt problemlos. 

Wer bei
Johannisbeeren den Schnitt der Sträucher nicht gleich bei der Ernte durchgezuführt hat, kann das jetzt noch nachholen. Da rote und weiße Johannisbeeren die meisten Früchte an zwei- bis dreijährigen Trieben entwickeln, achtet man darauf, dass der Anteil dieser Triebe am Strauch möglichst groß ist. Überalterte Gerüstäste erkennt man auch daran, dass die Neutriebe auffallend kurz sind. Diese Gerüstäste sollten entfernt werden. Bei Büschen werden derartige Äste dann kurz über dem Boden abgeschnitten, bei Hochstämmen lässt man zwei bis drei schlafende Augen stehen.

Bei Baumobst ist zu beachten, dass die Früchte nicht zu eng stehen. Insbesondere beim Pfirsich sollten sich die Früchte nicht berühren, aber auch keinem Druck durch den Ast, an dem sie hängen, ausgesetzt sein. In etwa gilt die Regel, dass das Gewicht der Früchte vom Entwicklungsstand des Baumes abhängt und damit gleich groß ist. D.h. man erntet entweder viele kleine Früchte oder weniger, aber dafür größere Früchte.


Bekanntlich sind Erdbeeren keine Dauerkultur und sollten etwa nach dem dritten Standjahr gerodet werden. Daher müssen Ableger für ein neues Beet herangezogen werden. Dabei wird an einer Ablegerranke jeweils nur der erste Ableger belassen und der sich darüberhinaus entwickelnde Trieb entfernt. Die Wurzelbildung der Ableger kann man durch leichtes Andrücken an den Boden fördern.
Der August ist der geeignete Monat für die Anlage eines neuen Erdbeerbeetes aus selbstgezogenen Pflanzen.

Nach der Ernte der Himbeeren ist es Zeit, die abgetragenen Ruten abzuschneiden, da sie keine weiteren Erträge mehr bringen. Der Schnitt wird auf Bodenhöhe und eben ausgeführt.


ZIERGARTEN: 

Manch ein Kleingärtner begeistert sich an den niedrigen Hecken, wie man sie besonders in Klostergärten zur Abtrennung der Beete findet. Vielfach wird hierfür der Buchsbaum verwendet. Da eine viele Meter lange Hecke auch insgesamt viele Pflanzen erfordert (etwa 5 Stück/ lfd.Meter), kann die Verwirklichung dieser Vorstellung auch recht kostspielig werden. Hilfreich ist es deshalb, wenn man einen Kleingärtner kennt, der seine Buchsbaumhecke zur Zeit zurückschneidet. Hiervon lassen sich auf einfache Art Stecklinge ziehen. Bei fingerlangen Zweigen werden die unteren drei Blattpaare entfernt und die die Stecklinge in einem schattigen bis halbschattigen Anzuchtbeet mit feinkrümeliger Erde bis zu den verbliebenen Blättern eingesteckt und gut gewässert. Eine Vliesabdeckung verringert die Verdunstung und begünstigt dadurch die Wurzelbildung. Im September kann man die Stecklinge schon an ihren endgültigen Platz versetzen. Besser ist es jedoch, man wartet damit bis zum Frühjahr, weil es je nach Verlauf des Winters auch immer einige Ausfälle an Stecklingen geben kann.

Ein Ziergarten muss nicht immer nur mit attraktiven Blütenstauden die Blicke auf sich lenken, es gibt auch eine Reihe von Stauden, die durch ihre Blattform oder Blattfärbung interessant aussehen. Als Beispiele möchte ich nennen: Bergenie (Bergenia), fast ledriges, dunkelgrünes, großflächiges Laub, Blüten meist rosa; Großblättriger Frauenmantel (Alchemilla mollis), grau-grünes Laub, ähnlich einem Umhang geformt, morgens meist mit einem Tautropfen in der Vertiefung; Funkie (Hosta), je nach Sorte helles oder dunkelgrünes Laub, oft auch panaschiert, großflächig.

Wer aber doch mehr auf farbenfrohe Blüten setzt, sollte es einmal mit der Indianernessel (Monarda didyma) versuchen. Eine Staude mit sehr zauseligen Blüten in den Farben von Weiß über verschiedene Pastelltöne bis zu einem kräftigen Feuerrot. Außerdem sind sowohl die Blüten als auch die Blätter sehr aromatisch und eignen sich daher besonders zur Herstellung von Tee. Die Pflanze wurde von europäischen Auswanderern in der Prärie Nordamerkas vorgefunden und gelangte 1625 nach Europa. Über die botanischen Gärten fand sie dann auch Zugang in Parkanlagen und Hausgärten. Im Frühjahr besorgt man sich die Pflanzen im Gartencenter und setzt sie in einen gut durchlüfteten Boden. Die Stelle kann sowohl voll besonnt sein als auch in lichtem Schatten liegen. Eine Mulchschicht begünstigt das Anwachsen und schützt in den ersten Wintern. Es sollte nicht zu dicht gepflanzt werden, um den Befall mit Mehltau zu verringern. Es gibt aber auch einige robuste Sorten, die nicht so mehltauanfällig sind. Es empfiehlt sich, in der Gärtnerei danach zu fragen.

Hohe Stauden, wie Rittersporn oder Sonnenhut, knicken bei stärkerem Wind leicht um. Vermeiden lässt sich das vorzeitige "Aus" der Blüte mittels Staudenstützen. Sie sind im Fachhandel erhältlich und sollten schon sehr frühzeitig angebracht werden und praktisch mit den Blütenstengeln "hochwachsen". Eine improvisierte Alternative stellen Stützen aus dünneren Stöcken (z.B. Bambus) dar, die man um die Staude anordnet und mit einer Gartenschnur mehrfach und in verschiedener Höhe verbindet.

Die Monate August und September sind auch geeignet, neue Rasenflächen anzulegen oder ausgedünnte Stellen nachzusäen. Auf vorsichtige aber ausreichende Bewässerung ist zu achten.


DÜNGUNG:

Der 1.August gilt als Schlusstermin für die Düngung von Baumobst. Weitere Stickstoffgaben fördern die Triebbildung.  Jetzt sollen jedoch die vorhandene Triebe "ausreifen" (verholzen), damit sie im Winter dem Frost besser standhalten können.

Im Gemüsebeet kann jetzt noch weiter gedüngt werden, vorzugsweise mit Kompost. Liegt eine Bodenanalyse vor, wird entsprechend der hoffentlich beigefügten Düngeempfehlung Mineraldünger ausgebracht.  
Für die Laubbildung wird besonders Stickstoff gebraucht. Bei der Stickstoffdüngung unterscheidet man zwischen Starkzehrern mit einem Bedarf von 20 g Reinnährstoff je Jahr und je m², Mittelzehrern mit einem entsprechenden Bedarf von 10 bis 15 g und Schwachzehrer mit einem Bedarf von 5 g. Auf der Verpackung der Produkte sollten entsprechende Anwendungshinweise zu finden sein.
Starkzehrer sind: Tomaten, Weißkohl (spät), Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Rote Bete, Kürbis, hohe blattreiche Stauden, Rasen.
Mittelzehrer sind: Weißkohl (früh), Sellerie, Porree, Spinat, Kohlrabi, Chinakohl, Grünkohl, Möhren, Endivie, Kartoffeln, Gurken, Sonnenblumen, mittelhohe Schnittstauden, Rosen.
Schwachzehrer sind: Bohnen, Kopfsalat, Spargel, Erbsen, Feldsalat, Radies, Rettich, Zwiebeln, Erdbeeren, Sommerblumen, Obstbäume, Ziergehölze, Nadelgehölze, Polsterstauden, Schleierkraut, Schafgarbe.
Bei einem Bedarf von mehr als 5 g Reinnährstoff je Jahr und je m² sollte die Düngung auf mehrere Gaben verteilt werden. Die Stickstoffdüngung sollte aber spätestens sechs Wochen vor der Ernte abgeschlossen sein.