ALLGEMEINES:
 
Nach dem Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklung ("Phänologischer Kalender") befinden wir uns im MaI im Durchschnitt der deutschen Regionen  im Vollfrühling. Der Übergang zwischen den phänologischen Jahreszeiten wird durch den jeweiligen Entwicklungsstand bestimmter "Zeigerpflanzen" markiert. So zeigt die Apfelblüte an, dass in der jeweiligen Region der Vollfrühling beginnt. Das langjährige Mittel  des Beginns der Apfelblüte liegt auf dem 28.April.
Im Vollfrühling erleben wir die Fliederblüte, wobei der weiße Flieder allgemein zeitlich hinter den farbigen Sorten zurück bleibt.  Wenn dann der Schwarze Holunder blüht, geht der Vollfrühling über in den Frühsommer.
Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter im Fenster "Wetter und Klima im Überblick" > "Klima" > "Phänologische Jahreszeit".

Der Monat Mai zeigt noch eine besondere Wettererscheinung: Die Eisheiligen. Üblicherweise tritt etwa in der Mitte des Monats ein Kaltlufteinbruch auf. Die Tage vom 11. bis zum 15 Mai tragen die Namen der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie. Aufgrund der Wettererscheinung, die oft auch mit Bodenfrost verbunden ist, wurden sie zu den Eisheiligen. Kälteempfindliche Pflanzen, wie Tomaten und Paprika, sollten erst ausgepflanzt werden, wenn diese Wettererscheinung vorüber ist.


GEMÜSEGARTEN:

In diesem Monat können bereits vorgezogene Kohlpflanzen auf die Beete gesetzt werden:
Blumenkohl gehört dabei zu den besonders schmackhaften Gemüsearten. Er benötigt eine gleichmäßige Wasser- und Nährstoffversorgung, bei Trockenheit stockt das Wachstum und darunter leidet dann die Qualität der Blume. Die Pflanzzeit ist von März bis Juli und die Ernte sollte vor dem ersten Frost abgeschlossen sein.

Wer mit dem Anbau von Blumenkohl keine guten Erfahrungen gemacht hat, sollte es einmal mit Brokkoli versuchen. Der Brokkoli soll sogar noch mehr gesundheitlich wertvolle Inhaltsstoffe aufweisen als der Blumenkohl. Brokkoli hat lang gestielte und locker aufgebaute Blütenknospen, die man immer rechtzeitig ernten sollte, da sie sehr schnell aufblühen. Das Aufblühen kann auch noch nach der Ernte geschehen. Dem kann man aber vorbeugen, wenn man die Knospen kühl und dunkel lagert. An der Spitze der Pflanze entwickelt sich eine große Hauptknospe, die als erste geerntet wird. Es wachsen dann aus den Blattachseln weitere Knospen, die dann ebenfalls fortlaufend geerntet werden. Auspflanzzeit ist im Mai und Juni. Die Erntezeit endet spätestens mit dem ersten Frost.

Der Kohlrabi ist ein immer wieder gern angebautes Kohlgemüse. Zu beachten ist beim Pflanzen, dass nicht zu tief gepflanzt wird, weil das die Aubildung der Knollen behindert. Weiterhin braucht Kohlrabi fortgesetztes, reichliches Wässern, da er sonst holzig wird. Die Pflanzzeit ist von März bis Juni. Erntezeit ist, bis die Knollen dann doch schließlich holzig sind.

Beim Wirsingkohl gibt es zwei Grundtypen: Den Frühjahrs- oder Sommerwirsing, der kleinere, locker aufgebaute Köpfe bildet und den Lagerwirsing, der größere und festere Köpfe bildet. Die stark gekräuselten Blätter sind vor der Verarbeitung gründlich unter Wasser zu waschen. Die schonenste Verarbeitung besteht darin, die Blätter vor dem Dünsten nur grob klein zu hacken und keinen Brei entstehen zu lassen. Pflanzzeit ist Ende April bis Anfang Juni.

Grünkohl wird dann von Juni bis August gepflanzt, Rosenkohl sollte bis Mitte Juni auf dem Beet stehen und Chinakohl dann ab Mitte Juli.

Mit dem Setzen von Jungpflanzen werden auch wieder die Schnecken im Garten zu einem Thema, über das intensiv gesprochen wird, sobald die ersten Fraßschäden aufgetreten sind. Ein guter Schutz für die gefährdeten Beete sind Schneckenzäune. Die Kosten sind bei umfangreicheren Einzäunungen nicht unbeachtlich. Jedoch bringt  man damit keine Schnecke aktiv um ihr Leben. Für Kleingärtnernaturen, die der offenen Auseinandersetzung mit Gartenfeinden nicht ausweichen, sind die Schneckenkornpräparate mit Eisenverbindungen als Wirkstoff das Mittel der Wahl. Da Schnecken immer einen feuchten Bereich bevorzugen, kann man auch durch größere Pflanzabstände, die die Sonne auf den Boden lassen, dafür sorgen, dass nicht gerade das Beet mit den Jungpflanzen von den Schnecken aufgesucht wird. Auf dem Kompostplatz sollte man Schnecken dulden, da sie hier durch ihre Fraßtätigkleit zur Umsetzung der pflanzlichen Abfälle beitragen.

Der Rhabarber entwickelt sich jetzt zusehends. Da braucht diese Staude viel Wasser und leichte Düngung. Vorteilhafter ist es allerrdings, den Rhabarber deutlich vor der Entwicklung und dann auch nach der Erntezeit regelmäßig zu wässern und mit Nährstoffen zu versorgen. Wenn sich die Stiele nur ungenügend entwickeln, kommt für diese Ernte eine Hilfe zu spät.
 

KRÄUTERGARTEN:

Borretsch ist im Kräuterbeet eine sehr vielseitige Pflanze. Die Blätter werden zum Würzen von Salaten und Soßen (z.B. Grüne Soße) verwendet und die Blüten eignen sich zu Dekorationszwecken. Außerdem enthalten die Blüten neben einem süßen Nektar noch weitere gesunde Inhaltsstoffe und sind dadurch ein empfehlenswerter Verzehr. Werden die Pflanzen nicht bei der Speisenzubereitung verwendet und bleiben im Beet stehen, so sind sie dort mit ihren Blüten ein dekorativer Blickfang und eine vielbesuchte Bienenweide. Borretschpflanzen sollten nicht eng beieinander stehen, da sich sonst Mehltau- und Blattlausbefall entwickeln kann. Die Pflanzen sind zwar einjährig, aber wenn man sie ausblühen läßt, sähen sie sich für das nächste Jahr selbst aus.

Waldmeister ist eine Waldpflanze, die auch in unseren Gärten ein geeignetes Plätzchen finden kann. Unter großen Buschrosen, an Hecken oder im Schatten von Mauern können sich entsprechend waldähnliche Bereiche entwickeln. Da ist es dann ganz praktisch, den Waldmeister unmittelbar zur Hand zu haben. Verwendet wird Waldmeister zum Aromatisieren von Getränken (Maibowle, Berliner Weiße) und Speisen (Götterspeise) und zum Herstellen von Tee. Vor einigen Jahren war der Waldmeister schwer in Verruf geraten, wegen seines Gehaltes an Cumarin. Cumarin wird als leberschädigend und krebserregend eingestuft. Bei der dauerhaften Verwendung übergroßer Mengen an Waldmeister kann es zu Benommenheit, Schwindel und Kopfschmerzen kommen.

Eine weitere Waldpflanze, die Einzug in unsere Gärten gehalten hat ist der Bärlauch. Unter Laub abwerfenden Sträuchern und Bäumen findet er waldähnliche Verhältnisse vor. Wenn daneben noch Leberblümchen oder Lerchensporn gedeihen, sind das Anzeichen für den richtigen Platz. Die Gefahr ist nämlich, das in der freien Natur der Bärlauch mit dem giftigen Laub von  Maiglöckchen verwechselt wird. Dieses Risiko ist im eigenen Garten leichter auszuschalten. Verwendet wird Bärlauch wegen seines Knoblaucharomas, das nicht so nachhaltig ist, wie das des eigentlichen Knoblauchs.


OBSTGARTEN: 

Die meisten Obstbäume stehen z.Zt. in der Blüte. Bei den Kirschen und beim Pfirsich klingt die Blüte aus, beim Apfel hat sie je nach klimatischem Standort und Sorte gerade begonnen. Im Moment gibt es da wenig zu tun. Bei den Kirschen und auch bei Pfirsich kann man nachsehen, ob sich abgestorbene Zweige erkennen lassen. Die Ursache hierfür ist oft Monilia. Diese Zweige großzügig abschneiden. Die Schnittfläche muss hell/weisslich sein. Bei bräunlicher Verfärbung muss weiter zurückgeschnitten werden.

Der Boden unter der Baumkrone enthält im Bereich der Traufe die meisten Wurzeln der Gehölze. Da unter Bäumen nicht viel wachsen kann, wird dort oft eine Blumenwiese oder Rasenfläche angelegt. Diese Pflanzen konkurrieren natürlich mit den Obstbäumen um Nährstoffe und Wasser. Bei dem Gras unter Bäumen ist zu beachten, dass rund um den Stamm ein Bereich frei bleibt, derart dass der Stamm am Wurzelhals immer gut abtrocknen kann.

Die Erdbeeren brauchen weiterhin unsere Zuwendung. Feuchtes Wetter begünstigt eine Infektion der Blüten mit Grauschimmel. Schützt man die Blüten durch eine Schicht aus Stroh vor dem direkten Kontakt mit dem Boden, so kann damit der Befall deutlich verringert werden.

 
ZIERGARTEN: 

Nach der Blüte können jetzt die Forsythien geschnitten werden. Entweder man kürzt den Strauch mit einer Heckenschere ein oder es ist ein Auslichtungsschnitt fällig,  wenn der Heckenschnitt bereits mehrere Jahre gemacht wurde. Es sei denn, man hat eine Formhecke aus Forsythien, dann bleibt es beim Heckenschnitt.

Der Flieder hat in diesem Monat seine große Zeit. Ein voll in der Blüte stehender Busch ist ein wünderschöner Anblick. Wer aber die Blütenzweige lieber im Haus in einer Vase haben möchte, kann sich unbesorgt Zweige aus dem Busch herausschneiden. Wenn man dabei darauf achtet, etwas oberhalb von zwei Blattknospen zu schneiden, hat man schon gleich etwas für die Blüteentwicklung im Folgejahr getan.

Rhododendren, insbesondere die Rhododendron-Hybriden, entwickeln im Mai ihre spektakuläre Blüte. Die meisten Rhododendren stammen aus Berggegenden, wo sie in Lichtungen oder an Waldrändern, also an kühlen und halbschattigen Standorten, wachsen. An einem entsprechenden Platz mit einem kalkarmen bis kalkfreien und humosen Boden lassen sich Rhododendren auch leicht im Garten halten. Der Strauch braucht nicht geschnitten zu werden, außer wenn er sich zu ausladend entwickelt hat, wird er nach der Blüte eingekürzt. 



DÜNGUNG:

Jetzt kann wieder gedüngt werden. Vorzugsweise mit Kompost aus dem eigenen Garten. Liegt eine Bodenanalyse vor, wird entsprechend der hoffentlich beigefügten Düngeempfehlung Mineraldünger ausgebracht.