ALLGEMEINES:

Der Kalender der  Naturerscheinungen und Naturentwicklung ("Phänologischer Kalender") zeigt uns etwa zu Beginn des Monats den Übergang vom Spätherbst zum Winter an. Eigentlich sollte das durch den Blattfall bei späten Äpfeln angezeigt werden. Aber genauso wie Rosen ihr Laub teilweise bis in das Frühjahr behalten, scheint mir auch dieses Anzeigeereignis sehr unsicher. Der phänologische Winter dauert dann im Durchschnitt der deutschen Regionen bis zur Mitte des Monats Februar.

Ausführliche Informationen zum "Phänologischen Kalender" erhält man beim Deutschen Wetterdienst in Offenbach am Main: www.dwd.de , und dann weiter über den Bereich "Klima + Umwelt" zum Bereich "Phänologie". 

Igel sind Gartennützlinge und suchen spätestens jetzt nach einem geeigneten Winterquartier. Ob der Garten von Igeln besucht wird, erkennt man u.a. an Fressspuren am Fallobst. Wer bereits mit dem Schnitt der Obstgehölze begonnen hat, sollte das Holz und Reisig an einem ruhigen, geschützen Platz ablegen. Es besteht dann die Möglichkeit, dass ein Igel diesen Platz für seine Winterruhe auswählt.

Da nun die Bearbeitung der Beete weitgehend beendet ist, kann man sich noch einmal abschließend der Pflege der Gartengeräte widmen. Damit spreche ich nicht die Kleingärtner an, die am Ende eines jeden Arbeitstages im Garten ihre Geräte auf Hochglanz bringen, sondern mehr diejenigen, die sich von der Erkenntnis leiten lassen , dass der Spaten oder die Harke nach der nächsten Benutzung sowieso wieder "schmutzig" sind. Über die Zeit der Winterpause hinweg lohnt sich die Arbeit aber doch. Nachdem die Reste von Gartenerde von den Geräten entfernt sind, werden auch noch die Rostansätze mit geeigneten Hilfsmitteln entfernt. Dann reicht ein leichter Ölüberzug sowohl auf Metall- als auch auf Holzteilen, um dem Gerät einen Winterschutz zu geben. Auch die Rasenmäher vertragen jetzt eine gründliche Reinigung. Elektrisch betriebene Rasenmäher haben oft ein Kunststoffgehäuse, das nicht rosten kann; da hat man also ein Problem weniger. Das Messer sollte man aber schleifen lassen, mit Schmieröl einreiben und so wieder montieren. Bei Rasenmähern mit Metallgehäuse kann man die Rostentwicklung bremsen, wenn mann nach einer gründlichen Reinigung das Gehäuse dünn mit Öl einreibt.Selbstverständlich ist, dass zusätzlich alle Wartungsarbeiten am Benzinmotor durchzuführen sind.  


GEMÜSEGARTEN:

Wer den Grünkohl mag, wird jetzt schon besonders auf die Temperaturen im Garten achten: Grünkohl ist winterhart und verträgt sogar einigen Frost. Gut durchgefroren entwickelt er sogar den besten Geschmack. Geerntet werden erst die unteren Blätter und der Kopf der Pflanzen bleibt noch zurück. Es wachsen dann an den Narben der abgeernteten Blätter neue, aber deutlich kleinere Blätter nach.
Obwohl Rosenkohl ebenso als winterhart gilt, schaden ihm Fröste unter - 8° C. Besonders ein Wechsel zwischen gefrorenem und aufgetautem Zustand sorgt dafür, dass die Röschen weich werden und faulen.  

Abgeerntete Flächen des Gemüsegartens werden für die Winterzeit vorbereitet indem man die Erde auflockert und damit einen Luftzutritt für die etwas tieferen Bereiche des Bodens ermöglicht. Bei den in unserem Bereich überwiegend vorhandenen sandigen Böden benutzt man dafür eine Grabgabel oder den Gruber (Sauzahn). Nur bei lehmigen Böden wird regelrecht umgegraben, damit der Boden durch den Frost zerkrümelt wird.

Für eine Aussaat von Gründüngung ist es jetzt zu spät. Lassen Sie die Beete mal richtig verwildern mit "Unkräutern", dass ist bei leichten Böden die bessere Entscheidung, als für einen völlig unbedeckten Boden zu sorgen. Es hilft auch Laub und den letzten Grasschnitt auf den Beeten anzuhäufeln, um darunter Wärme und ein längeres "Bodenleben" zu erzeugen.


KRÄUTERGARTEN:

Mit einer Vliesabdeckung kann man die Erntezeit, z.B. bei Petersilie, erheblich verlängern
und sich auf diese Weise noch lange mit frischen Küchenkräutern versorgen. Die Vliesabdeckung ist vorteilhafter als die Folienabdeckung, da bei Frosttemperaturen die Feuchtigkeit im Vlies gefriert und damit eine isolierende Schicht bildet.

Viele Kräuter, deren eigentliche Heimat der Süden Europas ist, leiden im Winter weniger unter den niedrigen Temperaturen als unter der Nässe. Sie kommen besser mit niedrigen Temperaturen und Trockenheit zurecht. Es empfiehlt sich deshalb, einige Pflanzen von Thymian, Currykraut, Estragon, Majoran und Salbei in Töpfe umzusetzen und in ein trockenes Winterquartier zu bringen. Rosmarin, Thymian, Majoran und Salbei bringt man zwar oftmals auch im Freiland durch den Winter, aber man kann sich durch das Umpflanzen eine gewisse Reserve schaffen.


OBSTGARTEN: 

Vielfach wird empfohlen, die Baumscheiben mit einer Mulchschicht aus Laub abzudecken, um Wurzelerfrierungen zu vermeiden. Das Laub sollte dann allerdings frei von Pilzerkrankungen sein. Doch wer kann das schon sicher sagen. Deshalb ist es besser, möglicherweise befallenes Laub auf den Kompost zu geben. Die Sporen der schädigenden Pilze werden bei der Zersetzung des Pflanzenmaterials durch Mikroorganismen und Kompostwürmer vernichtet.

In einem vorteilhaft angelegten Garten wächst unter den Obstbäumen Gras und man hat dann nur noch darauf zu achten, dass der Wurzelhals gut abtrocknen kann. Dazu reicht es aus, wenn rings unmittelbar um den Stamm ein Ring von 10 - 20 cm grasfrei gehalten wird.

Das letzte Laub ist inzwischen aus den Baumkronen herabgefallen und so manche spätreife oder geschädigte Frucht ebenfalls. Sollten noch "Früchte" in den den Bäumen zu sehen sein, holt man sie mit einer Harke oder dergl. herunter, um dem Pilzbefall (Monilia) in der nächsten Vegetationsperiode vorzubeugen.

Wenn die Obstbäume ohne Laub vor einem stehen, kann man sich schon mal Gedanken machen, wie dieser oder jener Baum einen Auslichtungs- oder Erhaltungsschnitt braucht. Nun kann ich hier nicht die ganze Baumschnittpraxis beschreiben, aber für Anfänger gilt  zuerst, das richtige Werkzeug zur Verfügung zu haben. Dazu zählt eine Gartenscheren (Bypass ! Nicht "Amboss" ), Eine Astschere (ebenfalls Bypass), eine Klappsäge (chinesich gezähnt) und eine Bügelsägte mit verstrellbarem Sägeblattwinkel und geschränktem Sägeblatt. Die Bypassscheren sind immer so anzusetzen, dass die scharfe Seite auf der Seite zum verbleibenden  Baumteil angesetzt wird. Die Gegenseite verursacht Quetschungen an der Rinde, die über den Winter hin zu Schädlingsbefall führen können.


ZIERGARTEN: 

Immer noch ist es Zeit,  nicht winterharte Stauden (Dahlien, Cannas, Gladiolen) auszugraben und an einem frostfreien, aber kühlen Ort einzulagern. Vorher werden die Triebe bis auf eine handbreit zurückgeswchnitten. Vorteilhaft ist es, wenn die Zwiebeln und Knollen in Sand eingebettet werden können, weil das den Verlust an Feuchtigkeit verringert. Man kann das aber auch im Frühjahr wieder ausgleichen, wenn man die Zwiebeln und Knollen wässert bevor man sie in die Erde bringt.
Bei winterharten Stauden und Gräsern müssen jetzt die abgestorbenen Teile nicht zwangsläufig entfernt werden. Wer auch an schönen Wintertagen seinen Kleingarten besucht, kann sich daran erfreuen, wie Rauhreif oder leichter Schneefall die Pflanzenreste in dekorative Gebilde verwandelt. Außerdem befinden sich oft noch die Samen an den Pflanzen, die dann Vögeln als Nahrung dienen können.

Wichtig für den Rasen ist es, dass er immer wieder von herabgefallenem Laub befreit wird. Dagegen darf das Laub auf den Stauden- und Gemüsebeeten, sowie unter Sträuchern und auf den Baumscheiben liegen bleiben, um als schützende Mulchdecke zu wirken. Jedoch ist das Laub von Ahornbäumen (mit Mehltaubefall) und von Roßkastanien (mit Miniermottenbefall) zu entsorgen, d.h. zumindest nicht in der Nähe dieser Bäume zu lagern um einer Rückinfektion vorzubeugen. Mit diesen Parkbäumen sollten Kleingärtner innerhalb ihrer Parzelle sowieso kein Problem haben. Es gibt aber Kleingartenanlagen, an deren Außenbereichen derartige Bäume stehen und deren Laub dann in die Parzellen geweht werden kann.

Auch im November kann der Rasen bei entsprechendem Aufwuchs noch gemäht werden. Damit wird der Moosentwicklung etwas  entgegengewirkt. Sollte der Rasen nicht mehr wachsen, aber immer noch mit Laub zugeweht werden, so kann man trotzdem zum Rasenmäher greifen. Das Laub wird damit zerkleinert und eignet sich so besser zum Mulchen oder auch zum Kompostieren.

Obwohl in unserer Gegend die Winter überwiegend einen milden Temperaturverlauf haben, ist es doch sicherer, bei Rosen für einen angemessenen Winterschutz zu sorgen. Hier kann bereits das früher oft geübte Anhäufeln schlimmsten Schaden vermeiden: Einfach etwa 20 cm hoch Erde - wenn verfügbar Komposterde -zwischen und um die Triebe geben, ggf. noch mit Tannenreisig abdecken. Damit sollte ein ausreichender Winterschutz hergestellt sein.

Hecken aus Buchs, Liguster oder Lonicera zeigen im Frühjahr oft braune Blätter. Meist wird angenommen, dass die Pflanzen erfroren sind. In Wirklichkeit sind sie jedoch vertrocknet. Bei den wintergrünen Laubgehölzen verdunstet auch im Winter über die Blätter das Wasser. Bei einem gefrorenen Boden können die Wurzeln kein Wasser aufnehmen. Wind und Wintersonne ziehen aber weiterhin das Wasser aus den Pflanzen. Hier kann geholfen werden, indem in der frostfreien Zeit noch kräftig gewässert wird und indem man den Wurzelbereich durch eine ausreichende Mulchdecke schützt, d.h. feucht und weitgehend frostfrei hält.


DÜNGUNG:

Die Zeit des Düngens vorbei.

Es ist jedoch noch ein geeigneter Zeitpunkt das Düngen des nächsten Jahres vorzubereiten und den Kompost aufzusetzen. Auf dem Platz für Gartenabfälle, sammeln sich die Pflanzenreste und das Schnittgut von Bäumen und Sträuchern gerade so, wie es über das Jahr hin zeitlich anfällt. Ein Kompost braucht aber ein ausgeglichenes Verhältnis von Blattmaterial  (stickstoffhaltig) und holzigem Material (kohlenstoffhaltige Cellulose). Deshalb wird der Haufen mit Gartenabfällen auseinandergezogen und den Anforderungen entsprechend neu aufgesetzt. Diese Maßnahme bewirkt auch gleichzeitig eine gute Durchlüftung des Materials und damit die Verrottung. Stinkende Abfallhaufen verrotten nicht, sondern Vergären wegen des Luftmangels.